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Welche Wetterextreme sind an Ostern möglich?

Eine Woche vor Ostern bestimmt skandinavische Kaltluft mit Nachtfrösten und Graupelschauern hierzulande das Wettergeschehen. In der neuen Woche wird es jedoch rasch wieder milder. Für eine detaillierte Wettervorhersage ist es zwar noch zu früh, jedoch wird es über die Feiertage sicherlich deutlich frühlingshafter als an diesem Wochenende. Extreme sind zumindest beim Wetter dieses Jahr an Ostern also nicht zu erwarten.

Da Ostern immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling fällt, kann der Termin zwischen dem 22. März und dem 25. April liegen. Da innerhalb dieses Zeitfensters der Sonnenstand deutlich zunimmt ist auch die Spannbreite an unterschiedlichen Wetterbedingungen zu Ostern sehr groß. Vergangenes Jahr stieg die Temperatur am Ostersonntag den 1. April im Nordosten nur auf etwa ein Grad plus an, in der Nacht war gab es dort leichten Frost um  minus 1 Grad.

Eines der wärmsten Osterfeste der vergangenen Jahrzehnte fiel auf den 17. April 1949. Damals wurde am Oberrhein an mehreren Stationen die 30-Grad-Marke überschritten und an der Mosel in Bernkastell-Kues stieg das Thermometer sogar bis auf 31,2 Grad im Schatten an. Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es sommerliche Ostern, wie beispielsweise am 24. April 2011, als vor allem im Westen an vielen Stationen ein offizieller Sommertag mit Höchstwerten über 25 Grad verzeichnet wurde. Am wärmsten war es damals mit 27,6 Grad in Bendorf bei Koblenz.

Die Nacht auf Ostersonntag, den 23.4.2000 war mit einer Tiefsttemperatur von 17,6 Grad in Berlin-Tegel rekordverdächtig mild. An diesem Osterfest gab es in Berlin und Umgebung verbreitet einen offiziellen Hitzetag mit Temperaturmaxima über 30 Grad.

Aber Ostern kann eben auch sehr winterlich verlaufen, wie beispielsweise in 2008 als Ostersonntag auf einen sehr frühen Termin, den 23.3. fiel. Pünktlich zu den Feiertagen gab es einen späten Winterrückfall als polare Meereskaltluft bis zu den Alpen vorstieß. In dieser Kaltluft kam es verbreitet zu Schneefällen, die bis in die Niederungen liegen blieben. So war beispielsweise in Chemnitz am Ostermontag die Neuschneedecke bis auf 14 cm angewachsen.

Mit Höchstwerte unter dem Gefrierpunkt durfte man vor allem in der Mitte und im Südwesten verbreitet nochmal einen Eistag genießen. In Schierke im Harz stieg die Temperatur nicht über minus 4,3 Grad an und in Villingen-Schwenningen gab am Ostermontagmorgen mit minus 13,9 strengen Frost.

Freitag, 12. April 2019

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 12.04.2019 19:15 Uhr