Skandinavienhoch

Sonnig und kalt oder doch eher sonnig und nicht ganz so kalt, beides ist möglich für kommendes Wochenende.

In Winter 2019/2020 war unser Wetter durch Tiefdruckeinfluss geprägt. Viele Tiefs vom Atlantik zogen über Mitteleuropa hinweg und auch über Skandinavien wurde es sehr windig, mild und nass. Da wo aber sonst tiefer Luftdruck herrscht, wird zum Wochenende hin hoher Luftdruck dominieren. Ein Hochdruckgebiet verlagert sich nämlich nach Skandinavien und nimmt Einfluss auch auf unser Wetter. Wird es  spätwinterlich kalt?

Alle gängigen Wettermodelle berechnen zum kommenden Wochenende hin ein Hoch über Skandinavien. Sicher ist daher, dass wir die Sonne nun häufiger zu Gesicht bekommen und es trockener wird. Doch was ist mit den Temperaturen?

Es kommt hauptsächlich auf die genaue Position des Hochdruckgebietes an. Befinden wir uns an der Nordostflanke, dann kann es mit einem steifen Ostwind spätwinterlich kalt werden. In diesem Szenario würde sich das Hoch über Skandinavien festsetzen. Hochdruckgebiete drehen sich auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn, somit würden uns dann kalte Luftmassen aus Russland erreichen. Das würde nachts für mäßigen Frost reichen und tagesüber wären die Temperaturen, trotz des bereits hohen Sonnenstandes im einstelligen Bereich.

Wenn sich das Hoch aber weiter südöstlich befindet und sich über Osteuropa festsetzt, dann erreichen uns deutlich mildere Luftmassen aus Südosteuropa. Dann könnte es nachts zwar für leichten Frost reichen, aber tagesüber würde es verbreitet zweistellige Temperaturwerte geben.

Momentan sieht es danach aus, dass das Hochdruckgebiet zunächst über Skandinavien zu finden ist, aber rasch nach Südosten weiterzieht. Somit erwartet uns wohl nur kurzfristig kalter Ostwind, bevor die kühle Luftmasse von milderer Luft aus Südosteuropa abgelöst wird. Die Details bleiben aber noch abzuwarten, in jedem Fall spielt die Sonne eine größere Rolle als in den letzten Wochen.

Elias Arndt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 17.03.2020 19:15 Uhr