kuehlenacht
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In einigen Landesteilen war die vergangene Nacht sehr frisch. Wir klären die Hintergründe und blicken auf einschlägige Messdaten.

Ein Hoch bei Skandinavien lenkte in den vergangenen Tagen mit einer nordöstlichen Strömung warme und vor allem sehr trockene Luft zu uns. Sie kommt zwar ursprünglich vom Nordmeer, wurde durch die Absinkbewegung im Hoch und beim Überqueren des Skandinavischen Gebirges jedoch erwärmt. Die Sonneneinstrahlung tat ihr übriges. Weil die Luft aus großer Höhe stammt, wo im Allgemeinen nur wenig Wasserdampf vorhanden ist, kam sie entsprechend trocken bei uns an.

In klaren Nächten mit trockener Luft wird die vom Erdboden ausgehende Infrarotstrahlung vergleichsweise ungehindert ins Weltall abgegeben. Nach der kräftigen Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung tagsüber konnte es so in der vergangenen Nacht, vor allem dort wo zudem der Wind nur schwach war, entsprechend kräftig abkühlen.

In der Osthälfte und der Mitte Deutschlands traten verbreitet einstellige Tiefstwerte auf. In Deutschneudorf im Erzgebirge sank die Temperatur in 2 Metern Höhe bis 0 °C (siehe Grafik). Am Erdboden wurden dort -3 °C registriert. Ganz vereinzelt wurde auch im Flachland Sachsens und Brandenburgs Bodenfrost beobachtet. In Sontra (Hessen) und Gardelegen (Sachsen-Anhalt) kühlte die Luft bis auf 4 °C ab. In Gardelegen war es die 7.-kälteste Julinacht seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen.

Milder verlief die Nacht insbesondere in den westlichen Landesteilen, was in Richtung Südwesten an einer höheren Luftfeuchtigkeit lag und im Nordwesten einem stärkeren Wind geschuldet war.

Montag, 2. Juli 2018

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

hr/ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 02.07.2018 19:15 Uhr