lawinengefahr

Skifahrer aufgepasst! An den Weihnachtsfeiertagen sind in Österreich und in der Schweiz in verschiedenen Skigebieten Lawinen niedergegangen, die zum Teil sogar geöffnete Skipisten erreicht haben – glücklicherweise ohne Todesfälle. Welche Arten von Schneelawinen gibt es denn überhaupt, was sind potenzielle Auslöser und welche Gefahrenstufen gibt es?

Ursachen für Lawinen können sehr verschieden sein. Neben ausreichenden Schneemengen und entsprechender Hangneigung, können auch Winde und Temperaturveränderungen eine Rolle spielen. Stimmen die natürlichen Randbedingungen reicht dann schon ein Tier oder ein Wintersportler um ganze Lawinen auszulösen.

Die wichtigsten Lawinentypen sind Lockerschnee- und Schneebrett-, sowie Staublawinen. Zu Lockerschneelawinen kommt es wenn sich in (steilen) Berghängen vereinzelte Schneeteilchen lösen, die dann auf ihrem Weg ins Tal weitere Schneeteilchen anstoßen oder mit sich reißen. In einer Art Kettenreaktion entsteht so die charakteristische „zungenförmige“ Form von Schneelawinen. Lockerschneelawinen sind oftmals eher harmlos, da sie zumeist nur eine geringe Reichweite haben, langsame Geschwindigkeiten erreichen und in ihnen nur wenig Schneemassen bewegt werden. Im Gegensatz dazu geht von sogenannten Schneebrettlawinen eine enorme Gefahr aus, die für 90 Prozent aller Lawinenopfer verantwortlich sind. Bei diesem Lawinentyp löst sich eine große zusammenhängende Schneeschicht (Schneebrett), typischerweise um 50 Meter breit und mehrere 100 Meter lang. Ist genügend Schnee sowie eine ausreichende Hangneigung vorhanden können sich aus Schneebrettlawinen auch Staublawinen entwickeln. In diesen vermischen sich Schnee und Luft wodurch ihre charakteristische Wolke entsteht. Staublawinen entwickeln sich oft erst bei den höchsten Lawinengefährdungsstufen. Sie können Geschwindigkeiten um 300 km/h erreichen und ganze Wälder oder Dörfer verschütten.

Um das Gefahrenpotenzial von Lawinen abzuschätzen gibt es eine europäische Lawinengefahrenskala an der sich jeder Skiurlauber orientieren sollte! Sie wird für jedes Skigebiet separat erstellt. In den Gefahrenstufen 1 und 2 (gering und mäßig) sind Lawinen eher unwahrscheinlich und auf sehr steile Hänge begrenzt. Gefahrenstufe 3 (erheblich) ist für Wintersportler die kritischste Situation, da dort das Gefahrenpotenzial oft unterschätzt wird (50 Prozent aller Todesfälle bei Stufe 3). Indikatoren für eine erhöhte Lawinengefahr von mindestens Stufe 3 sind Risse im Schnee sowie akustische Geräusche. Die Wahrscheinlichkeit für kleine und große Lawinenabgänge ist schon bei Stufe 3 deutlich erhöht. Bei den Gefahrenstufen 4 und 5 (sehr kritisch, außerordentlich) sind Lawinenabgänge für kleine und auch große Lawinen sehr wahrscheinlich und treten vermehrt auf. Auf Schneesport abseits von geöffneten Abfahrten sollte hier verzichtet werden.

Die obige Karte zeigt die aktuelle Gefahrensituation für die Alpen für verschiedene Länder. Regional liegt die Lawinengefahr auch noch höher. Dementsprechend sollte sich jeder Wintersportler in den Skigebieten über die aktuelle Lawinensituation informieren und sich gemäß den Empfehlungen verhalten.

Kommen Sie gesund durch den Winterurlaub!

ARD/ hr - Wetterkompetenzzentrum

Konstantin Krüger

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 27.12.2019 19:15 Uhr