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Das Wetter sorgt wieder einmal für Abwechslung. Nach einem längeren Abschnitt mit unbeständiger Witterung soll sich die Wetterlage in der kommenden Woche umstellen. Die Modelle rechnen recht einheitlich ein Sommerhoch.

Für den gestrigen Mittwoch waren wieder einmal Gewitter mit Unwetterpotenzial angekündigt gewesen. Doch wie meistens treffen die wirklich heftigen Wettererscheinungen nur recht begrenzte Landstriche. Auch wenn Sie höchstwahrscheinlich nicht zu denjenigen gehören, die ein Unwetter erlebt haben, war die Vorhersage im Vorfeld gut. Wie geplant lang bereits am Vormittag eine sogenannte Konvergenz über dem Süden von Baden-Württemberg. Im Bereich einer Konvergenz treffen Winde aus entgegengesetzten Richtungen aufeinander. Da die Luft irgendwohin ausweichen muss, steigt sie nach oben. Es entstehen Regenwolken und Gewitter. Letztere konnte man im Bereich der Konvergenz vor allem am Nachmittag beobachten, als die Sonneneinstrahlung zusätzliche Energie geliefert hatte. Teilweise waren diese Gewitter mit interessanten Wolkenformationen verbunden, wie in Teilen von Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Am Abend erreichte die Konvergenz dann Hessen und Nordrhein-Westfalen. Dort waren in der vorgelagerten feuchtwarmen Luftmasse allerdings bereits am Nachmittag einige heftige Gewitter entstanden, so dass die Energie schon verbraucht war und die Konvergenz selbst meist nur noch Regen brachte.

Im Zusammenhang mit den Mittwochsgewittern regnete es zum Teil ergiebig, unabhängig von ihrem Auslösemechanismus. In Burgwald-Bottendorf (Hessen) waren es 54 l/m², in Leutkirch-Herlazhofen (Baden-Württemberg) 47 l/m², in Mannheim 36 l/m² und in Bad Bergzabern (Pfalz) 34 l/m². Während die Gewitterlage am Mittwoch also die Südwesthälfte traf, gab es am vergangenen Wochenende in weiten Landesteilen außer dem Südwesten heftiger Gewitter. Vor allem am Samstag, den 13.6.2020, wurden lokal noch deutlich höhere Regenmengen erreicht als zuletzt. Jetzt könnte der Eindruck entstehen, wir würden ein Unwetterjahr erleben. Doch die Gewittersaison hat ungewöhnlich spät begonnen. Der Mai war, von Südbayern abgesehen, rekordverdächtig gewitterarm. In vielen Regionen Deutschlands gab es den ganzen Monat lang überhaupt kein einziges Gewitter.

Doch wie geht es mit dem Wetter weiter? Inzwischen rechnen die Vorhersagemodelle für die kommende Woche recht einheitlich eine Hochdrucklage. Unsere Druckkarte zeigt die erwartete Situation am kommenden Mittwoch nach dem amerikanischen Modell (GFS), dem kanadischen Modell (GEM) und dem europäischen Modell (ECMWF). Dargestellt ist der Verlauf der 1020 hPa-Isobare. In allen Fällen würde das erwartete Hoch in Deutschland Sonnenschein und Wärme bringen. Die Unsicherheiten liegen im Detail. So kann es sein, dass wir nächste Woche einige nahezu wolkenlose Tage bekommen, vielleicht wird es aber auch freundlich mit Sonnenschein und lockeren Wolken. Dann ist unsicher, wie lange die Hochdrucklage andauert und auf welchem Temperaturniveau sie gipfelt. Es wird im Laufe der nächsten Woche allmählich wärmer. Werte von 25 bis 30 Grad wird es verbreitet geben. Nach den wärmsten Rechnungen sind aber auch Werte bis zu 35 Grad denkbar.

Donnerstag, 18. Juni 2020

Dr. Ingo Bertram

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 18.06.2020 19:15 Uhr