nebel

Was ist Nebel, wann spricht der Wetterbeobachter davon und wie oft tritt Nebel auf?

Nebel besteht aus winzigen, in der Luft schwebenden oder, besser gesagt, aus nur ganz allmählich zu Boden sinkenden Wassertropfen. Bei sehr niedrigen Temperaturen werden auch Eiskristalle beobachtet. Einzelne Nebelelemente nimmt das bloße Auge zwar nicht wahr, in ihrer Gesamtheit können sie wegen der Streuung des Lichts die Sicht jedoch stark einschränken.

An den Wetterstationen wird Nebel gemeldet, wenn die horizontale Sichtweite weniger als 1 Kilometer beträgt und dies mindestens über einen Sektor von 90° hinweg. Ein Beispiel: Registriert der Beobachter etwa beim Blick in Richtung Südwest über West bis Nordwest durchweg eine Sicht unter 1 Kilometer, so wäre dies für die Meldung „Nebel“ gerade hinreichend.

Über den Tag hinweg betrachtet tritt Nebel zu allen Jahreszeiten am häufigsten in den Morgenstunden auf. Im Jahresverlauf finden sich die meisten Nebeltage in den Herbstmonaten Oktober und November. Als Nebeltag zählen solche, an denen wenigstens zu einem Beobachtungszeitpunkt Nebel aufgezeichnet wurde. Prinzipiell steigt die Wahrscheinlichkeit für Nebel mit wachsendem Feuchtegehalt der Luft und sinkender Lufttemperatur. Die im Vergleich zum Herbst kälteren Wintermonate bringen folglich wegen der gleichzeitig niedrigeren Luftfeuchte seltener Nebel hervor. Denn mit dem Rückgang der Temperatur werden auch die bei uns wetterbestimmenden Luftmassen zum Winter hin trockener. Dies hängt mit der Abnahme der Verdunstung über den Land- und Meeresoberflächen zusammen, die wiederum mit den tieferen Temperaturen einher geht.

Das relativ nebelanfällige Regensburg an der Donau verzeichnet im klimatologischen Mittel im Oktober 13 Nebeltage, im Dezember und Januar 9 und im Februar noch 7 Tage mit Nebel. Sogar in den Sommermonaten muss man dort noch an jeweils 2-3 Tagen mit Nebel rechnen. Über das Jahr hinweg zählt Regensburg gut 70 Nebeltage - für die Niederungen ein sehr hoher Wert. Genauso oft wird Nebel in Bad Hersfeld im Fuldatal registriert.  

Deutschlandweit gesehen kann der Brocken im Harz mit den meisten Nebeltagen aufwarten. Nicht selten nämlich liegt die Wolkenuntergrenze dort tiefer als das Gipfelplateau und dieses somit in den Wolken, was ebenfalls in die oben beschriebene Sichtweitendefinition für Nebel fällt. Im Durchschnitt meldet der Brocken an mehr als 300 Tagen im Jahr zumindest zu einem Beobachtungszeitpunkt Nebel.

Freitag, 11. September 2020

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 11.09.2020 19:15 Uhr