nebelnaesse

In weiten Landesteilen hat sich in der Nacht zum Montag Nebel ausgebreitet. Stellenweise fiel daraus Nieselregen. Wie kam es dazu?

Nebel besteht aus unzählig vielen winzigen Wassertropfen, die in der Luft schweben. Die einzelnen Tropfen nimmt das bloße Auge nicht wahr. Sie streuen allerdings das Licht, wodurch die Sichtweite sinkt und bei ausreichender Mächtigkeit der Nebelschicht tagsüber die Sonne nicht mehr zu sehen ist.

Das mit dem „Schweben“ stimmt allerdings nicht ganz. Denn dies trifft nur dann vollständig zu, wenn die Tropfen sehr klein bleiben und ihre Radien deutlich unterhalb 0,01 mm liegen. Sie sind dann sehr leicht, werden von der Luft getragen und folgen auch kleinen Änderungen der Luftströmung. Daher schlagen sie sich nicht oder kaum am Boden oder an Gegenständen nieder.

In Allgemeinen besteht Nebel jedoch aus unterschiedlich großen Tropfen, deren Radien sich etwa zwischen 0,005 und maximal 0,05 mm bewegen. Wie kommt dieses Größenspektrum zustande? Nebeltropfen entstehen zunächst durch Anlagerung vormals gasförmiger Wassermoleküle an winzige Verunreinigungen der Luft, den sogenannten Kondensationskeimen. Da diese bereits unterschiedliche Größen aufweisen, variieren auch die Tropfenradien von Beginn der Nebelbildung an.

Innerhalb des Nebels können die kleineren Tropfen wieder verdunsten während an den größeren weiterhin Kondensation stattfindet. Die großen wachsen also auf Kosten der Kleinen. Abgesehen von solchen mit sehr kleinen Radien fallen die meisten Tropfen ganz allmählich nach unten und können auf rasche Strömungsänderungen nicht schnell genug reagieren. Beide Effekte gewinnen mit zunehmender Tropfengröße an Bedeutung. Daher bewegen sich die Tropfen mit verschieden Radien auf ganz unterschiedlichen Bahnen und können immer wieder kollidieren. Dabei sammeln die größeren die kleineren auf und wachsen auch auf diese Art.

Werden die Tropfen schließlich groß genug, kann tatsächlich nennenswerter Niederschlag aus dem Nebel fallen. In der Regel kommen dadurch aber kaum mehr als 0,1 Liter pro Quadratmeter und Stunde zusammen. Zum Vergleich: In einem kräftigen Schauer fallen schnell 10 Liter pro Quadratmeter. Trotzdem bedeutet dies natürlich einen gewissen Verlust an Wassermenge für den Nebel. Die Beobachtung von Nebelnässe spricht also dafür, dass der Nebel sich auflöst oder zumindest die Sichtweite sich bessert.

Montag, 11. November 2019

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 11.11.2019 19:15 Uhr