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In der Nacht auf Samstag kann es in den Mittelgebirgen eine weiße Überraschung geben, in der Nacht auf Sonntag droht dann Nachtfrost.

Denn zwischen einem Tief über Skandinavien und einem Hoch über den Britischen Inseln gelangt für die Jahreszeit sehr kalte und feuchte Luft polaren Ursprungs nach Deutschland. Nächste Woche bleibt es wechselhaft, aber es wird wieder zögerlich wärmer.

Nachdem der vergangene April hierzulande der 13. zu warme Monat in Folge war, startet der Wonnemonat nun mit einem markanten Kaltlufteinbruch. In der Nacht auf Samstag kann es sogar bis auf 400 Meter herab schneien, so dass sich in den Mittelgebirgen wie beispielsweise auch im Thüringer Wald zumindest vorrübergehend eine geschlossene Schneedecke ausbilden kann. In den betroffenen Regionen ist Samstagfrüh also mit winterlichen Straßenverhältnissen zu rechnen.

In der Nacht auf Sonntag klart es dann verbreitet auf, so dass die Temperatur verbreitet empfindlich, in ungünstigen Lagen sogar nochmals bis unter den Gefrierpunkt absinken wird. Dabei sind Nachtfröste um dies Jahreszeit gar nicht so ungewöhnlich. Man denke nur an die sogenannten Eisheiligen vom 12. bis 15 Mai, die ihren Namen bestimmt nicht wegen der um diese Zeit so häufig auftretenden lauen Sommernächten erhalten haben.

Zwar traten die Eisheiligen bis vor etwa 30 Jahren deutlich regelmäßiger auf, als heutzutage jedoch kann es sogar im Juni auch in Zeiten des Klimawandels durchaus noch Nachtfröste geben. Dabei werden die tiefsten Temperaturen in windschwachen und sternklaren Nächten, wie sie nun bevorstehen kurz vor Sonnenaufgang direkt über dem Boden und vor allem auch in Muldenlagen gemessen. Denn dort sammelt sich die schwere Kaltluft bevorzugt an. Liegt die 5cm über dem Erdboden gemessene Temperatur unter dem Gefrierpunkt, spricht man von Bodenfrost. Luftfrost herrscht dagegen erst, wenn auch die standardmäßig in zwei Metern Höhe aufgestellten Thermometer Werte unter Null Grad anzeigen.

In der Nacht auf Sonntag wird dies bevorzugt in den Muldenlagen Nordhessens, Thüringens und Frankens. Vor allem in den Mittelgebirgstälern sollte man kälteempfindliche Pflanzen in den kommenden Nächten also falls möglich reinholen oder zumindest an die Hauswand stellen oder abdecken. Zumal die Temperatur direkt über dem Erdboden in windschwachen und klaren Nächten sogar noch mehrere Grad tiefer absinken kann, als in 2 Metern Höhe, wo die amtlichen Messungen gemacht werden. Das dürfte auch den Erdbeeren wohl gar nicht gefallen.

 Freitag, 3. Mai 2019

Tim Staeger

hr-Wettterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 03.05.2019 19:15 Uhr