orkantiefsabine

Der bisher stärkste Sturm dieses Winters hat Deutschland am Sonntag und Montag heimgesucht. Wir blicken auf den Werdegang des Tiefdruckgebiets zum Orkantief und einige der beobachteten Windspitzen.

Die Entwicklung von Sabine nahm bereits am Donnerstag vergangener Woche über den Südstaaten der USA ihren Anfang. Bis Samstag zog das bereits recht kräftige Tief weiter zur Ostküste Kanadas und überquerte bis Sonntag rasch den Atlantik, um zur Mittagszeit mit seinem Zentrum Schottland zu erreichen. Sein Kerndruck war bis auf etwa 950 hPa (Hektopascal) gefallen. Bis Montagvormittag zog es weiter zur norwegischen Küste und intensivierte sich noch etwas auf knapp 945 hPa. Damit war der Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht.

Das Sturmfeld von Sabine erfasste Deutschland im Lauf des Sonntags und in der Nacht zum Montag von Nordwesten her. In den Niederungen wurden verbreitet Böen in Sturmstärke registriert (zwischen 75 und 102 km/h, Windstärke 9 und 10) vor allem in der Südhälfte traten auch Böen im Orkanbereich auf. Mit dem Feldberg im Schwarzwald kam erwartungsgemäß einer der Berge auf die Spitzenposition. Hier blies der Wind in Böen mit zu 176 km/h.

Mit 155 km/h verzeichnete Fürstenzell in Bayern den höchsten und durchaus beachtlichen Flachlandwert. Orkanböen (ab 118 km/h, Windstärke 12) wurden ebenso beobachtet in Dörrmoschel-Felsbergerhof (Rheinland-Pfalz), Wernigerode im Harz und in Mühlacker (Baden-Württemberg). List auf Sylt, Gera-Leumnitz, Saarbrücken-Ensheim, Lautertal-Hörgenau (Hessen) und Birkelbach (Nordrhein-Westfalen) waren von orkanartigen Böen (zwischen 103 und 117 km/h, Windstärke 11) betroffen.           

Montag, 10. Februar 2020

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterkompetenzzentrum

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 10.02.2020 19:15 Uhr