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Welche Wetterextreme sind an Ostern möglich?

Kurz vor Ostern lohnt es sich, nochmals einen Blick auf Extremwerte der vergangenen Osterfeste zu werfen. Insgesamt wird es wohl milder als normalerweise zu dieser Jahreszeit üblich. Mit Niederschlägen ist auch nur örtlich zu rechnen. Am Ostersonntag sind nochmals um 25 Grad möglich, bei ebenfalls steigendem Schauer- und Gewitterrisiko. Doch von Extremwerten sind wir noch weit entfernt.

 

Da Ostern immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling fällt, kann der Termin zwischen dem 22. März und dem 25. April liegen. Da innerhalb dieses Zeitfensters der Sonnenstand deutlich zunimmt, ist auch die Spannbreite an unterschiedlichen Temperatur- sowie Wetterbedingungen an Ostern sehr groß. Dieses Jahr katapultieren wir uns ähnlich wie im letzten Jahr wieder in das obere Viertel der maximal möglichen Temperaturen. Am 21. April 2019 (Ostersonntag) wurden besonders im Südwesten und in der Mitte sommerliche Temperaturen um 25 Grad erreicht. Nur im Norden blieb das Temperaturniveau bei knapp unter 20 Grad hängen.

 

Das wärmste Osterfest der letzten Jahrzehnte gab es am im Jahr 1949. Entlang des Oberrheins wurde damals an einigen Wetterstationen die 30 Grad Marke erreicht oder sogar deutlich überschritten. So auch in Bernkastell-Kues. Hier stieg das Thermometer am 17. April 1949 sogar auf heiße 31,2 Grad im Schatten an. Aber auch die letzten Jahre zeigen, dass sommerliche Temperaturen an Ostern durchaus öfter vorkommen können. Im Jahr 2019 reichte es beispielsweise am Ostersonntag in Baden-Baden für stattliche 27,8 Grad. In Bensheim wurde mit 27,1 Grad ebenfalls ein Sommertag erreicht.

 

Aber nicht nur tagsüber gab es Extremwerte, die für April beachtlich sind, sondern auch in einigen Nächten. So wurde beispielsweise am Morgen des 23. April 2000 in Berlin Tegel eine Tiefsttemperatur von 17,6 Grad gemessen. Das hatte damals schon einen sehr sommerlichen Charakter, denn am selben Nachmittag reichte es besonders in der Ost- und Südosthälfte für sommerliche warme bis heiße Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Der wärmste Ort war damals Potsdam mit rund 30,0 Grad.

 

Der zeitlich doch recht große Spielraum, in dem Ostern liegen kann, sorgt allerdings auch dafür, dass ebenso auch winterliche Phasen möglich sind. So geschehen beispielsweise am 23, März 2008. Hier sorgte ein Kaltlufteinbruch mit polarer Meeresluft vielerorts zu Schneefällen bis ins Flachland. Am Ostermontag wurde damals in Chemnitz eine Neuschneedecke von knapp 14 cm gemessen. Aber auch in Landau, am Rande des Pfälzer Waldes kamen zu den bereits liegenden 11 cm nochmals 10 cm Neuschnee hinzu. In Bad Harzburg auf knapp 200 m ü. NN. Wurde mit rund 20 cm Neuschnee ein neuer Monatsrekord für März aufgestellt.

 

Dies dämpfte natürlich auch die Temperaturmaxima am 23. März 2008. In der Mitte und im Süden gab es vielerorts nur knapp positive Höchstwerte. An einigen Stationen wurde sogar ein Eistag, also ein Tag, an dem die Temperatur nicht über 0 Grad hinaus ansteigt, erreicht. In Schierke im Harz stieg die Temperatur nicht über minus 4,3 Grad an. In der darauffolgenden Nacht zum 24. März 2008 sanken die Temperaturen oft auf Werte zwischen -5 und -10 Grad ab. In Villingen-Schwenningen gab am Ostermontagmorgen mit minus 13,9 nochmals strengen Frost.

 

Von solch frostigen Aussichten sind wir am kommenden Osterwochenende allerdings weit entfernt. Lediglich im Norden und Osten könnte die Nacht von Ostermontag auf Dienstag nochmals frostig werden. Sonst steht den meisten allerdings ein weiteres, frühlingshaft warmes Osterwochenende ins Haus.

 

 

 

Donnerstag, 09. April 2020

 

Marcel Herber

hr-Wetterredaktion

 

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 09.04.2020 14:00 Uhr