regenseitdienstag

Die vergangenen Tage haben vielfach trübes und zum Teil regnerisches Wetter gebracht. Wir blicken auf die gefallenen Regenmengen.

Verantwortlich für die Regenfälle war ein Tiefdruckgebiet, welches auf einer sogenannten 5b-Zugbahn von der Adria nach Polen wanderte und sich mittlerweile aufgelöst hat. Eine anhaltende und recht kräftige nordöstliche Strömung führte zu einer deutlichen Verstärkung der Niederschläge an der Nordost- oder Nordseite sowie in den Kammlagen der Mittelgebirge. Dies war beispielsweise im Harz und im Erzgebirge der Fall.

Der meiste Regen seit Dienstag wurde an der Wetterstation in Schierke im Harz registriert. Dort fielen 108 l/qm (Liter pro Quadratmeter). Der nahe am Brocken gelegene Ortsteil von Wernigerode hat das Niederschlagssoll für Oktober damit zur Monatsmitte bereits um 40% übertroffen. In Carlsfeld im Erzgebirge wurden 78 l/qm, auf der Schmücke im Thüringer Wald 67 l/qm gemessen. Mit 59 l/qm wurde auch in Dresden das Monatssoll schon um gut 40% überschritten.

Nach Süden und Westen zu kam deutlich weniger Regen zusammen. Schotten in Hessen brachte es auf 15 l/qm, Hechingen in Baden-Württemberg und Lechfeld in Bayern auf 13 l/qm beziehungsweise 12 l/qm und das rheinland-pfälzische Idar-Oberstein noch auf 6 l/qm. In Richtung Nordwesten blieb es zum Teil trocken, wie etwa in Emden. Lübeck bekam 2 l/qm ab, Kleve am Niederrhein gerade noch 1 l/qm.

Trotz der Regenfälle der letzten Tage setzt sich die Dürre, was tiefere Bodenschichten angeht, auch in den östlichen Landesteilen weiter fort. Die Situation in den oberen Schichten hat sich durch den Regen dort aber weiter gebessert und mittlerweile normalisiert. Für eine durchgreifende Besserung im Unterboden müsste sich das zurückliegende Regenereignis über den Herbst/Winter noch zigfach wiederholen.

Freitag, 16. Oktober 2020

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 16.10.2020 19:15 Uhr