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Ein Tiefdruckgebiet zieht bis zur Wochenmitte von der Adria über den Balkan nach Polen. Diese sogenannte 5b-Zugbahn bringt nicht selten intensive Niederschläge. So auch dieses Mal.

Polare Kaltluft stieß am Wochenende über Mitteleuropa und die Alpen bis ins Mittelmeer vor. Als Folge dessen entwickelt sich am Montag im Bereich der Adria ein Tiefdruckgebiet. Nach den Modellvorhersagen wird dieses den Balkan in der Nacht zum Dienstag auf nördlichem Kurs überqueren. Dabei soll es an Stärke gewinnen und sich vertiefen auf einen Luftdruck von rund 995 hPa (Hektopascal). Damit ist die Tiefdruckentwicklung zwar nicht besonders kräftig, der Einbezug feucht-warmer Luft vom noch rund 25-Grad-warmen Mittelmeer wird dennoch zu Starkniederschlägen führen.

Insbesondere von Bosnien und Herzegowina über Montenegro bis Albanien werden bis Dienstagfrüh Regenmengen von bis zu 200 l/qm (Liter/Quadratmeter) erwartet (siehe Abbildung). Nach Süden hin, das heißt vor allem in Griechenland, werden zudem kräftige Gewitter dabei sein. Neben lokalen Überflutungen drohen dann auch schwere Sturmböen.

Zur Wochenmitte wird das Tiefdruckgebiet voraussichtlich über Polen zu liegen kommen und sich dann nur noch wenig verlagern. Am Dienstagabend können erste Regengebiete Teile Sachsens und Bayerns erreichen. Am Mittwoch und Donnerstag sind in weiten Landesteilen Deutschlands längere anhaltender Regenfälle möglich. In den östlichen Teilen der Republik, wo wohl am meisten Regen fallen wird, können dann etwa 30 bis 50 l/qm, im Erzgebirge stellenweise 80-100 l/qm zusammenkommen.

Montag, 12. Oktober 2020

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 12.10.2020 19:15 Uhr