Deutschlandweite Rekordwerte für die Höchsttemperatur

Nach dem Rekordmittwoch folgte der Rekorddonnerstag und den dürfte man nach der bisherigen Messstatistik als historisch einstufen.

42,6 Grad Celcius. Das ist die Zahl des Tages, des Monats, des Jahres, des Jahrzehnts und des Jahrhunderts. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts wurde noch kein höherer Temperaturwert im amtlichen Messnetz in Deutschland gemessen. Und der wurde in Lingen an der Ems erreicht. Ein Wert über 40 Grad war aber kein Alleinstellungsmerkmal dieser niedersächsischen Stadt, wie oben stehende Tabelle zeigt.

Dennoch hat dieser Wert ein Geschmäckle. Laut DWD war und ist in Planung, dass diese Messstation an einen Ort in der näheren Umgebung verlegt werden soll. Grund ist, dass diese Station nicht mehr allen Anforderungen für eine repräsentative Messung genügt. Hier darf man nicht unerwähnt lassen, dass neben der Temperatur noch andere physikalische Zustände wie z.B. Wind oder Strahlung erfasst werden. Wenn nämlich die Pflanzen direkt an und um die Station herum in die Höhe wachsen, dann wird die Messung dieser Größen behindert. Weil der DWD im angrenzenden Gelände mangels Eigentum nicht einfach zu Heckenschere und Co. greifen kann, bleibt in solchen Fällen nur eine Verlagerung übrig.

Jetzt könnte man in den Raum stellen, ob die eingeschränkt erfassbaren Messgrößen mit der Temperatur koppeln, was zumindest nicht unplausibel wäre. Aber um das nachvollziehen zu können, bräuchte man eine mindestens 30-jährige Messreihe, jedoch unter der Voraussetzung, dass sich die Umgebung der Station in diesem Zeitraum nicht ändert. Da sich die Umgebung der Lingen-Station aber offensichtlich schneller verändert hat, will man mit einer Verlagerung vorbeugen, um die langjährige Messreihe nicht zu beeinflussen. Und das wäre wissenschaftlich gesehen auch sinnvoll.

Doch unabhängig von der Validität des Lingen-Messwerts kann man im Vergleich mit den Werten anderer Messstationen wie die, die in der Tabelle aufgeführt sind, zweifelsohne sagen, dass der 25. Juli 2019 in die klimatologischen Annalen eingehen wird - zumindest vorläufig. Mal sehen was die Natur in der Zukunft noch so zu bieten hat.

Freitag, 26. Juli 2019

Jörg Pfeifer

hr wetter unit

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 26.07.2019 19:15 Uhr