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Starke Winde fachen die verheerenden Brände in Kalifornien zusätzlich an.

Neben der extremen Trockenheit zeichnet sich eine besondere Wetterlage für das Ausmaß der Waldbrände in Kalifornien verantwortlich. Denn trockene Winde wehen aus den Bergen herab und fachen die Brände zusätzlich an. Wie kommt es dazu?

Das Klima ist an der kalifornischen Pazifikküste vor allem im Sommer relativ kühl. So liegt die mittlere Höchsttemperatur in den Sommermonaten nur zwischen 22 und 25 Grad. Denn der Kalifornienstrom führt kaltes Meerwasser entlang der Pazifikküste aus hohen Breiten südwärts.

Im Herbst kann sich jedoch über dem großen Becken im Landesinnern ein Hochdruckgebiet ausbilden, was im Sommer aufgrund extremer Hitze erschwert wird. Die Luft strömt im Uhrzeigersinn um das Hoch herum und aus Nordosten kommend in die Mojavewüste herab, wobei sie sich stark erwärmt und austrocknet. Beim nachfolgenden Überströmen der Sierra Nevada wird die Luft durch einen Föhn-Effekt noch zusätzlich erwärmt und beim Durchströmen lokaler Canyons, unter anderem der Santa Ana Narrows nahe Los Angeles, durch einen Düseneffekt bis auf 100 km/h beschleunigt. Daher stammt der Name des auch als Teufelswind bezeichneten lokalen Windsystems.

In den nächsten Tagen bleibt diese Luftdruckverteilung, welche die starken Winde ermöglicht, weiterhin erhalten. Dadurch ist eine Entspannung der Lage in den Katastrophengebieten noch nicht in Sicht.

Mittwoch, 14. November 2018

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 14.11.2018 19:15 Uhr