schauerlandregen
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Was unterscheidet einen Schauer vom Landregen und wie entstehen sie?

Jeder hat es schon erlebt: Gerade schien noch die Sonne und scheinbar wie aus dem Nichts geht ein kräftiger Schauer mit lebhaft auffrischendem Wind nieder. Nach 10 Minuten ist der Spuk vorbei und im ungünstigsten Fall die Kleidung durchnässt. Ganz anders verhält es sich beim typischen Landregen, bei dem es stundenlang gemächlich vor sich hin nieselt während sich die Stimmung immer mehr eintrübt.

Wenn Luft zum Aufsteigen gezwungen wird, der Meteorologe spricht von erzwungener Hebung, kühlt sich diese ab, da sie sich aufgrund des abnehmenden Umgebungsdrucks Ausdehnen kann. Die kältere Luft kann die in ihr enthaltene Feuchtigkeit nicht mehr halten, es kommt zur Wolkenbildung und auch zu Niederschlägen.

Nun gibt es verschiedene Prozesse, die eine Hebung erzwingen. Beim Landregen gleitet eine relativ warme Luftmasse langsam über eine vorhandene kalte und dadurch schwere Luftmasse auf. Typischerweise findet dies an der Warmfront eines Tiefdruckgebietes statt, welche im Idealfall vor der Kaltfront ankommt. Dadurch kommt es zu dem lang anhaltenden, großflächigen und recht gleichförmigen Niederschlag, bei dem es auch meist eher schwachwindig ist.

Strömt nun aber Kaltluft in höheren Schichten in ein Gebiet ein, so wird die zuvor stabile Schichtung labilisiert. Denn aufsteigende Luft kühlt sich in einer stabilen Schichtung ab und sinkt dadurch wieder in ihr Ausgangsniveau zurück. Ist die neue Umgebung jedoch kälter als die sich bereits abgekühlte Luft, so steigt diese weiter auf und es kommt zu sogenannten konvektiven Prozessen. Dabei wird die Luft in der vertikalen durchmischt und es kommt zu heftigen Entwicklungen wie Schauern und Gewittern. Durch den Zufluss kalter Luftmassen in mehreren Kilometern Höhe, wie es in den vergangenen Tagen der Fall war werden also Schauer und Gewitter ausgelöst begünstigt.

Auch beim Durchgang einer Kaltfront können mitunter kräftige Schauer und Gewitter ausgelöst werden. Denn diese schiebt sich wie ein Keil unter die vorliegende Warmluft und erzwingt deren Hebung innerhalb sehr kurzer Zeit, was die gestörte Atmosphäre mit eben diesen heftigen Schauern und Gewittern sozusagen quittiert. Im Hochsommer ist dies die nachmittägliche Erwärmung der bodennahen Luftschicht.

Montag, 6. Mai 2019

Tim Staeger

hr-wetterreadktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 06.05.2019 19:15 Uhr