Schwüles Wochenende

Während wir uns jetzt noch in allenfalls mäßig warmer Luft befinden, gelangen wir am Wochenende in eine südöstliche Strömung, die feuchtwarme Luft zu uns bringt.

In der zweiten Hälfte der vergangenen Woche ist spürbar kühlere Luft aus nordwestlicher Richtung eingeflossen, die sich zunächst nur zögernd erwärmt. Teilweise wird die 20 Grad-Marke gar nicht oder nur mit Mühe erreicht, nur der Osten und Teile des Nordens Deutschlands bleiben darüber.

In der zweiten Wochenhälfte baut sich über Fennoskandien ein kräftiges Hoch auf, über Westeuropa ein kräftiges Tief. Im Südosten Europas ist der Luftdruck ebenfalls erniedrigt, in seiner Verteilung aber ggü. dem westeuropäischen flacher, sodass das westeuropäische Tief die Strömung über Mitteleuropa vorgibt. Sie transportiert deutlich wärmere, aber auch mit Feuchtigkeit angereicherte Luft. Dadurch werden ab Freitag verbreitet sommerliche Tageshöchstwerte über 25 Grad erreicht. Diese schwüle Luft begünstigt aber auch die Entstehung heftiger Gewitter. Für die genaue Regionalisierung muss man aber noch zukünftige Wettermodelle abwarten.

Die küstennahen Gebiete könnten außen vor bleiben. Durch die Nähe zum skandinavischen Hoch wird mit einer nordöstlichen Strömungskomponente weniger warme Luft herangeführt. Da diese Luft zudem trockener ist, wird man dort die Kleidung wohl etwas weniger oft wechseln müssen.

Montag, 8. Juni 2020

Jörg Pfeifer

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 08.06.2020 19:15 Uhr