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In sechs Bundesländern sind bereits Schulferien, in zwei weiteren beginnen sie mit dem kommenden Wochenende. Das Wetter gestaltet sich in den nächsten Tagen so, wie es sich viele wünschen dürften. Für viele Freizeittätigkeiten ist es geeignet.

Doch zunächst hat es der Süden noch mit einem Tiefdruckgebiet zu tun, dort regnet es zum Teil kräftig. Schon am Freitag lässt der Regen nach, einzelne Gewitter sind aber noch möglich. Dazu versteckt sich die Sonne noch häufig hinter dichten Wolken. In Alpennähe wird man sie am Freitag für 2 bis 3 Stunden sehen. Mit jedem Kilometer Richtung Norden wird es freundlicher. In der Nordhälfte scheint die Sonne vielfach für 13 bis 16 Stunden.

Das Wochenende steht dann ganz im Zeichen eines Hochdruckgebiets. An beiden Tagen scheint die Sonne im Westen und in der Mitte ungestört von früh bis spät. Ende Juni sind 16 Sonnenstunden möglich, die auch meistens erreicht werden. Im Nordosten sowie im südlichen Bergland können sich mitunter kompaktere Quellwolken bilden. Mit 10 bis 12 Sonnenstunden pro Tag befindet man sich aber auch hier auf der freundlichen Seite. Die Temperatur liegt im hochsommerlichen, aber noch angenehmen Bereich. In der Nordosthälfte werden es an beiden Tagen 20 bis 25 Grad, sonst 25 bis 30 Grad. Dazu bleibt die Luft recht trocken, es ist also nicht schwül. Lediglich am Oberrhein ganz im Südwesten ist die Luft bei bis zu 32 Grad etwas feuchter. Zu Beginn der neuen Woche setzt sich das Sommerwetter nahezu unverändert fort. Wahrscheinlich nimmt die Gewitterneigung erst ab Mitte der kommenden Woche zu.

Im Westen und in der Mitte wird sich der Sonnenschein von Freitag bis Sonntag auf über 45 Stunden summieren. Das ist mehr als in einem durchschnittlichen Dezember und in etwa so viel wie in einem November oder in einem Januar. Daran sieht man, wie „gut“ das aktuelle Wetter ist und wie trüb unsere Winter sind. Doch wenn das Wetter in diesem Zusammenhang als „gut“ gewertet wird, weil es zu unseren Freizeitwünschen passt, muss man sich mehrere Dinge vor Augen halten: Das normale deutsche Klima ist durch eher nur kurze Hochdruckphasen geprägt. Am häufigsten sind eigentlich Wetterlagen, bei denen immer wieder atlantische Tiefausläufer aus Westen durchziehen. Diese klassischen Westwetterlagen dämpfen mit ihrer kühlen Meeresluft das Temperaturniveau der warmen Jahreszeit und sorgen für eine gleichmäßige Beregnung. Die letzten Wochen hatten mit dieser Normalität fast nichts zu tun. Wir erlebten den im Bundesmittel wärmsten April und den wärmsten Mai seit Messbeginn. Beide Monate waren ausgesprochen sonnig. Westwetterlagen blieben gänzlich aus und Regen fiel meistens bei Gewittern und das extrem ungleichmäßig verteilt. Während es lokal begrenzt Unwetter mit Überschwemmungen gab, blieb es im Mai im Norden Deutschlands mancherorts extrem trocken. Die dortige Trockenheit wurde zuletzt etwas abgemildert, aktuell ist in Teilen Thüringens und Sachsen-Anhalts ein massives Wasserdefizit zu verzeichnen. Für die Natur und die Landwirtschaft ist es wichtig, dass es regelmäßig Tage mit gleichmäßigem Landregen gibt.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Dr. Ingo Bertram

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 28.06.2018 19:15 Uhr