starkregenrekorde

In den nächsten Tagen drohen vor allem im Süden enorme Regenmengen.

Am Sonntag gab es örtlich kräftige Gewitter mit Hagel und Platzregen. Durch langsam ziehende Gewitterzellen fielen auf kleinem Raum zum Teil enorme Regenmengen. So musste beispielsweise Freienhohl im Sauerland vorübergehend komplett gesperrt werden. Nun drohen vor allem im Alpenvorland heftige Regenfälle. Laut Warnungen des Deutschen Wetterdienstes könnten vom Bodensee bis zum Berchtesgadener Land bis Mittwochmorgen 100 bis 150 Liter pro Quadratmeter fallen. Bei derartigen Regenmengen ist mit Überschwemmungen zu rechnen, zumal die Bäche und Flüsse noch Schmelzwasser aus den Bergen führen.

Als Unwetter werden übrigens Regenmengen über 25 Litern pro Quadratmetern innerhalb einer Stunde und mehr als 35 Litern innerhalb von sechs Stunden bezeichnet. Fallen innerhalb einer Stunde mehr als 40 Liter bzw. mehr als 60 Liter in sechs Stunden, spricht man sogar von extremen Unwettern.

Den bisherigen inoffiziellen deutschen Platzregen-Rekord hält Füssen im Allgäu. Dort sollen bei einem Gewitter am 25.5.1920 innerhalb von nur acht Minuten 126 Liter pro Quadratmeter gefallen sein. Das ist fast soviel wie das dortige Mai-Soll von 140 Litern. Der weltweit stärkste Platzregen wurde am 26.11.1970 auf Guadeloupe (Frz. Antillen) gemessen. Dort fielen innerhalb nur einer Minute sage und schreibe 38,1 Liter auf den Quadratmeter. Zum Vergleich: beim Duschen werden etwa 9 bis 18 Liter pro Minute verbraucht.

Innerhalb eines Tages fielen am 12.8.2002 in Zinnwald im Erzgebirge 312 Liter pro Quadratmeter, den Weltrekord hält Cilaos auf der Insel La Réunion bei Madagaskar, wo vom 15. auf den 16.3.1952 1870 Liter auf den Quadratmeter fielen. Hierzulande gelten verbreitet 60 bis 80 Liter pro Tag bereits als ein Jahrhundert-Ereignis, in den Bergen liegt diese Schwelle jedoch deutlich höher, da hier Staueffekte zu höheren Niederschlagssummen führen können als im Flachland.

Die bisher höchste Jahressumme beträgt in Deutschland 3503 Liter auf den Quadratmeter, gemessen 1970 in Balderschwang im Allgäu. Dieser Wert verblasst jedoch gegenüber den 26 461 Litern, die von 1860 bis 1861 in Cherrapunji, gelegen am Fuße des Himalayas in Indien, registriert wurden. Das entspricht einer Wassersäule von über 26 Metern!

Die geringste Niederschlagsmenge innerhalb eines Jahres fiel in Deutschland im Jahr 1911 in Straußfurt, Thüringen: 252 Liter pro Quadratmeter. Ganze Monate ohne Niederschlag gibt es in Deutschland immer wieder, zuletzt verbreitet im April 2007. Die weltweit längste Dürre wurde bisher in Calama in der Atacama-Wüste in Chile beobachtet und dauerte von ca. 1571 bis 1971.

 Montag, 20. Mai 2019

Tim Staeger

hr-Wettterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 20.05.2019 19:15 Uhr