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Dauerregen und Tauwetter sorgen im Schwarzwald und an den Alpen für Hochwasser.

Zudem droht in der Nacht auf Dienstag und bis Dienstagvormittag im Süden Baden-Württembergs und Bayerns ein Sturm mit schweren Sturmböen und orkanartigen Böen bis 115 km/h im Tiefland sowie Orkanböen über 150 km/h im Bergland.

In den vergangenen drei Tagen sind hierzulande vor allem südlich der norddeutschen Tiefebene verbreitet 10 bis 20 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen. Im Stau der Mittelgebirge wurden sogar bis über 50 Liter gemessen. Bis Dienstagabend kommen nun aber vor allem in Baden-Württemberg und im Süden Bayerns nochmals verbreitet über 50 Liter, im Stau der Alpen sogar bis über 100 Liter dazu!

Zudem setzt aufgrund der milden Witterung in Lagen unterhalb etwa 2000 Metern kurzzeitig starkes Tauwetter ein, so dass die Pegel der kleineren Bäche und Flüsse stark ansteigen. So drohen im Schwarzwald und im Einzugsgebiet des Neckars sowie im Allgäu Hochwasserereignisse, wie sie im Mittel nur etwa alle 10 bis 20 Jahre erwartet werden.

Auch an der Saar bereitet man sich auf ein Hochwasser vor. Eine Überflutung der Stadtautobahn in Saarbrücken wird bereits am Montagnachmittag erwartet. Auch an der Mosel rechnet man in der Nacht auf  Dienstag mit der Einstellung der Schifffahrt. Auch am Rhein bei Köln wird ein Anstieg des Pegels auf 800 cm erwartet, die Schifffahrt müsste hier ab 830 cm eingestellt werden.

Doch die Elemente haben noch weitere Turbulenzen zu bieten. Denn in der Nacht auf Dienstag zieht ein kleinräumiges Tief über die Mitte Deutschlands ostwärts. Das Sturmfeld dieses sogenannten Schnellläufers erfasst voraussichtlich ab dem Abend den Südwesten und verlagert sich bis Dienstagmorgen rasch ostwärts weiter nach Österreich. Verbreitet muss in Baden-Württemberg und im Süden Bayerns im Tiefland mit Spitzenböen über 90, zum Teil bis zu 115 km/h gerechnet werden. Da die Bäume in den übersättigten und durchweichten Böden nicht mehr so viel Halt finden, drohen verbreitet auch in den Niederungen Schäden und Behinderungen durch umgestürzte Bäume. In den Kammlagen des Schwarzwalds und der Alpen ist verbreitet mit Orkanböen bis über 150 km/h zu rechnen.

In den Folgetagen beruhigt sich das Wetter unter zunehmendem Hochdruckeinfluss rasch wieder, auch das Tauwetter findet in deutlich kühlerer Luft ab Dienstag rasch abnehmen. Vor allem an den größeren Flüssen wird es jedoch noch ein paar Tage dauern, bis die Hochwässer zurückgehen und sich die Pegel wieder normalisiert haben.

Montag, 4. Februar 2020

Tim Staeger

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 03.02.2020 19:x Uhr