staubteufel
Bild © hr

Hoch Katharina sorgt in Mitteleuropa verbreitet für ein sonniges und warmes Osterwochenende. Mancherorts kann sich das schon ein bisschen wie Sommer anfühlen. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung und Überhitzung der bodennahen Luftschichten steigt auch die Chance einen Staubteufel zu sehen. Staubteufel sind Kleintromben, die entstehen, wenn ein heißes Luftpaket schnell in kältere Luftschichten aufsteigt und einen Aufwind erzeugt.

Ist schon eine leichte Rotation in einer breiten Luftmasse vorhanden, kann diese durch Aufwinde wie bei einem Pirouetteneffekt verstärkt werden, sobald die Luftsäule in der Vertikalen gestreckt wird. Je nachdem über welchem Untergrund diese rotierenden Aufwinde entstehen, werden unterschiedliche Materialien mitgetragen, die dann auch das Erscheinungsbild des Staubteufels prägen. Staubteufel ähneln Tornados, sogenannten Großtromben. Diese entstehen aber immer im Zusammenhang mit konvektiver Bewölkung, während Staubteufel nicht direkt damit zusammenhängen und oft auch bei strahlend blauem Himmel auftreten können.

Staubteufel sind in der Regel harmlos, sie können aber mitunter leichtere Gegenstände durch die Luft wirbeln und somit zu Verletzungen führen. Ab und zu verstärken sich die Windgeschwindigkeiten innerhalb dieses rotierenden Wirbels durch die Drehimpulserhaltung so stark, dass kurzfristig auch orkanartige Windgeschwindigkeiten erreicht werden können, die mitunter auch Dächer abdecken können oder größere Äste herumwirbeln lassen.    

Aber nicht nur auf der Erde gibt es dieses Wetterphänomen. Auch auf dem Mars wurden schon Staubteufel entdeckt und dokumentiert. Als Erstes wurden die Spuren davon in den 1970er Jahren von den Raumsonden des Viking Programms fotografiert. Auch einige Marsrover profitierten von immer wieder auftretenden Staubteufeln, da diese den Staub von den Solarzellen wehten und somit die Laufleistung der Rover erhöhen konnten. Einige große Staubteufel erreichen Durchmesser von 700 Metern. Der Marsrover „Curiosity“ konnte zudem bestätigen, dass der Druck leicht sinkt, wenn ein solcher Staubteufel vorbeizieht. Zum Vergleich, auf der Erde haben Staubteufel generell einen Durchmesser zwischen 0,5 und 200 Metern.   

  

Mittwoch, 17. April 2019

Pila Bossmann
ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 17.04.2019 19:15 Uhr