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In den kommenden Tagen bleibt es wechselhaft und regnerisch, am Rosenmontag deutet sich sogar eine Sturmlage an.

Es hätte so schön sein können, wenn Fasching nur eine Woche früher stattgefunden hätte. Doch leider hat sich das Frühlingshoch pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang aus Deutschland verabschiedet und die Bühne für atlantische Tiefausläufer frei gemacht.

Am Rosenmontag könnte sogar Sturm auf dem Programm stehen. Denn ein recht kleinräumiges Randtief droht dann von den Britischen Inseln nach Norddeutschland oder in die Deutsche Bucht zu ziehen. Typischerweise treten die höchsten Windgeschwindigkeiten südlich des Tiefdruckkerns auf. Somit könnten die Narrenhochburgen in Westdeutschland betroffen sein. Die genaue Zugbahn des Tiefs war am Freitag noch nicht eindeutig zu bestimmen. Zieht es mehr nördlich über die Deutsche Bucht, kommen die Karnevalshochburgen glimpflicher davon. Falls das Tief jedoch weiter südlich zieht sind auch Entwicklungen mit größerem Gefahrenpotential möglich.

Da werden Erinnerungen an den Rosenmontag 2016 wach, als wegen einer ähnlichen Sturmlage zahlreiche Umzüge in Westdeutschland abgesagt wurden. Damals traten die stärksten Sturmböen erst nach Durchgang der Kaltfront auf, als es bereits wieder auflockerte und die Sonne zum Vorschein kam. Das ist jedoch charakteristisch, da im Zuge solcher Schauer starker Wind aus der Höhe nach unten gemischt wird.

Windgeschwindigkeit wird in unterschiedlichen Einheiten angegeben. Da wären zunächst einmal die Windstärken von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan), die auch Beaufort (abgekürzt Bft) genannt werden. Diese Einteilung stammt von dem Admiral der britischen Krone, Sir Francis Beaufort, der sie während seines Kommandos auf dem Schiff Woolwich im Jahre 1806 entwickelt hat. Ursprünglich diente die Beaufortskala zur Einschätzung, welche Segel bei einem Vollschiff bei der entsprechenden Windstärke zu setzten sind.

Zudem wird die Windgeschwindigkeit in Metern pro Sekunde, Kilometern pro Stunde und Knoten angegeben. Um die Verwirrung noch zu steigern wird noch zwischen dem Mittelwind und den Spitzenböen unterschieden. Denn bei starkem Wind ist die Luftströmung sehr turbulent. Das lässt sich mit einem Gebirgsbach vergleichen dessen Oberfläche normalerweise glatt ist, nach einem ergiebigen Regen jedoch stark gekräuselt und unübersichtlich erscheint. Beim Wind äußert sich dieser Effekt in einem Wechsel relativ ruhiger Phasen mit plötzlichem Auffrischen.

Die Windböen verursachen den größten Schaden und sollten möglichst gut abgeschätzt werden. Hierbei werden folgende Stärken unterschieden:

Stürmische Böen: Windstärke 8 und 62 bis 74 km/h. Große Bäume werden bewegt, Fensterläden geöffnet, und, Zweige brechen von Bäumen ab.

Sturmböen: Windstärke 9, 75 bis 88 km/h. Äste brechen ab, kleinere Schäden an Häusern entstehen, Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht, das Gehen wird erheblich erschwert.

Starke Sturmböen: Windstärke 10, 89 bis 102 km/h. Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, Gartenmöbel werden weggeweht, größere Schäden an Häusern entstehen.

Orkanartige Böen: Windstärke 11, 103 bis 117 km/h. Es kommt zu schweren Schäden an Wäldern (Windbruch), Dächer werden abgedeckt, Autos werden aus der Spur geworfen, dicke Mauern werden beschädigt, Gehen ist unmöglich.

Orkanböen: Windstärke 12, über 117 km/h. Es kommt zu schwersten Sturmschäden und Verwüstungen; kommt aber im Landesinneren nur sehr selten vor.

Freitag, 1.3.2019

TIm Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 01.03.2019 19:15 Uhr