sturmtiefmortimer

Der erste landesweite Herbststurm dieses Jahres hat am Sonntag und Montag Deutschland heimgesucht. Wir werfen einen Blick auf seine Entwicklung und die beobachteten Windgeschwindigkeiten.

Das Tief, welches sich schließlich zum besagten Sturm entwickeln sollte, tauchte bereits vor einer Woche in den Wetterkarten auf. Am vergangenen Montag nahm es seinen Anfang im Bereich der Großen Seen in den Vereinigten Staaten. Seine Zugbahn verlief entlang der Ostküste Kanadas und führte über den Atlantik, wo es sich ganz allmählich verstärkte, und am Samstag als Sturmtief namens Mortimer Irland, England und Nordfrankreich erreichte.

Über die Nordsee, den Norden Deutschlands und die Ostsee hinweg wanderte sein Zentrum bis Montagmittag weiter in Richtung Baltikum. Mit einem Kerndruck von etwa 985 hPa (Hektopascal) wurde über der Ostsee auch der Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht. 

Das langgestreckte Sturmfeld, welches Mortimer an seiner Südseite begleitet, erfasste Deutschland am Sonntagnachmittag von Frankreich und den Benelux-Staaten her und zieht am Montagnachmittag ostwärts ab über Polen und die Ostsee.

In den Gipfellagen der Mittelgebirge erreichte der Wind in Böen Orkanstärke. So wurden auf dem Feldberg im Schwarzwald Windgeschwindigkeiten bis 146 km/h (Kilometer pro Stunde) registriert, der Brocken im Harz erreichte 143 km/h, der Fichtelberg im Erzgebirge 120 km/h und das Weinbiet im Pfälzerwald 119 km/h. Schwere Sturmböen stießen stellenweise bis in die Niederungen vor, wie etwa in Hannover, Dresden und Potsdam mit Geschwindigkeiten bis 94 km/h. An den Messstationen in Potsdam sowie Weißenburg in Bayern traten Sturmböen bis 87 bis 85 km/h auf. Sturmböen fegten auch über Hessen hinweg. Hier wurde mit maximal 86 km/h die größte Windspitze auf der Wasserkuppe beobachtet.   

Montag, 30. September 2019

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 30.09.2019 19:15 Uhr