temperaturtagesgang
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Die Sonne lässt die Temperatur tagsüber schon kräftig ansteigen steigen, nachts kühlt es in Tallagen aber noch empfindlich aus.

Die Sonne versorgt uns tagsüber durch ihre Einstrahlung mit Energie, jedoch wird auch von der Erde Energie in den Weltraum abgestrahlt. Sind diese beiden sogenannten Energieflüsse gleich, so bleibt die Temperatur konstant, überwiegt die solare Einstrahlung, steigt die Temperatur an und im entgegengesetzten Fall sinkt sie ab. Deswegen werden die Tiefstwerte in einer sternklaren Nacht kurz vor Sonnenaufgang gemessen, da die ganze Nacht Energie von der Erdoberfläche abgestrahlt wird.

Die Erwärmung setzt dann quasi sofort nach Sonnenaufgang ein, da die Abstrahlung von der Erde bei niedrigen Temperaturen geringer ist als bei hohen und die Strahlen der aufgehenden Sonne diese recht bald überwiegen. Nun verstärkt sich mit steigender Temperatur auch die Abstrahlung von der Erde und am Nachmittag, wenn die Sonne wieder tiefer steht halten sich dann bereits einige Zeit vor Sonnenuntergang diese beiden Energieflüsse die Waage. Danach ist die sogenannte terrestrische Ausstrahlung größer als die solare Einstrahlung, weswegen nun die Temperatur wieder sinkt. Im Winter wird dieser Umkehrpunkt bereits zwischen 13 und 14 Uhr erreicht, im Sommer erst etwa gegen 15 bis 17 Uhr.

Im Winter ist der Lauf der Sonne deutlich flacher und die Intensität der solaren Einstrahlung entsprechend schwächer als im Sommer. Zudem sind dann die Tage sehr viel kürzer, wodurch sich die Luft selbst bei sonnigem Wetter tagsüber kaum erwärmen kann. Die nächtliche Abkühlung überwiegt im Winter, vollzieht sich aber deutlich langsamer, als eine sommerliche Erwärmung durch eine hoch stehende Sonne. Aus diesem Grund sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht im Winter bei uns weniger stark ausgeprägt als im Sommer oder schon jetzt im Vorfrühling.

Ende Februar steigt die Sonne mittags aber bereits wieder über 30 Grad über den Horizont, so dass sich bei entsprechender Wetterlage bereits ein kräftiger Temperatur-Tagesgang ausbilden kann. In Perl-Nennig im Saarland beispielsweise lag der Tiefstwert am Dienstagfrüh bei minus 3,9 Grad nachdem es am Vortag dort 18,8 Grad warm wurde. Da empfiehlt sich das Zwiebelprinzip mit mehreren Kleidungsschichten, die nach Bedarf an- bzw. abgelegt werden können.

Dienstag, 26. Februar 2019

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 26.02.2019 19:15 Uhr