taupunkt

Was versteht man unter dem Taupunkt?

In der Meteorologie wird Schwüle anhand des sogenannten Taupunkts beschrieben. Es handelt sich hierbei nicht um die Temperatur bei der Eis taut, sondern bei der sich Tau, beispielsweise auf Wiesen bildet. Somit ist der Taupunkt ein Maß für die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit. Denn je feuchter die Luft ist, desto höher ist die Temperatur, ab der sich Tau niederschlägt.

Warme Luft kann mehr unsichtbaren Wasserdampf enthalten, als kalte. Wenn die maximal mögliche Menge an Wasserdampf erreicht ist, spricht man von Sättigung, und die relative Feuchte beträgt 100 Prozent. Diese 100 Prozent entsprechen aber bei höheren Temperaturen einer größeren Wassermenge. So enthält 30 Grad warme und gesättigte Luft etwa 30 Gramm Wasser pro Kubikmeter, bei 0 Grad sind es nur etwa 5 Gramm.

Normalerweise ist die Luft im Sommerhalbjahr selten gesättigt, da sie bei hoher Temperatur sehr viel Wasser aufnehmen kann. Enthält sie beispielsweise 13 Gramm Wasser pro Kubikmeter, so entspricht das bei 30 Grad einer relativen Feuchte von 40 Prozent. Würde man diese Luft nun auf 15 Grad abkühlen, so wäre sie mit einer relativen Feuchte von 100 Prozent gesättigt, ihr Taupunkt beträgt also 15 Grad.

Am Freitagnachmittag liegt der Taupunkt im Nordosten sowie im Südwesten verbreitet über 16 Grad. Das wird von den meisten Menschen als drückend schwül empfunden. Denn unser Organismus kühlt sich durch Verdunstung von Schweiß an der Hautoberfläche. Hierdurch wird der Umgebung Wärme entzogen, und die Temperatur lokal herabgesetzt. Ist die Luft nun sehr feucht, möchte sie ungern weiteren Wasserdampf aufnehmen, wodurch die Verdunstung und damit der Kühl-Effekt erschwert werden.

Die Feuchtigkeit liefert zudem die zur Entwicklung schwerer Gewitter notwendige Energie, die sich am Freitagnachmittag bereits im Südwesten bilden und sich im Laufe der Nacht auf Freitag bis zur Mitte verlagern und zum Teil unwetterartig mit Hagel, Starkregen und Sturmböen ausfallen können. Am Wochenende setzt sich dann mit weiteren Schauern und Gewittern kühlere Luft durch und beendet die erste, noch moderate Hitzewelle dieses Sommers.

Donnerstag, 25. Juni 2020

Tim Staeger

ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 25.06.2020 19:15 Uhr