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Ein Hoch garantiert im Winter nicht überall Sonnenschein.

Hoch „Hugo“ hat sich vom Nordatlantik über Mitteleuropa geschoben und sorgt hierzulande für ruhiges, aber mancherorts auch ganztags trübes Wetter. Am Donnerstag lagen weite Teile Nord- und auch Süddeutschlands unter einer geschlossenen Hochnebeldecke, wogegen über der Mitte verbreitet die Sonne schien.

Hochnebel zeichnet sich dadurch aus, dass es direkt über dem Boden klar ist, und sich in etwa 500 bis 1500 Meter Höhe eine kompakte gleichförmige Schichtbewölkung befindet. Am Vormittag löst sich der Frühnebel durch die vormittägliche Erwärmung der unteren Luftschicht auf. Diese Erwärmung reicht jedoch nicht aus, um die gesamte Nebelschicht zu verdunsten, und es bleibt Hochnebel übrig.

Im Winter, wie auch aktuell befindet sich in einem Hochdruckgebiet meist recht trockene Luft über einer bodennahen feuchten Luftschicht. Durch das großräumige Absinken im Hoch wird die Luft zusammengedrückt. Je höher das Ausgangsniveau der Luft, desto länger ist dadurch der zurückgelegte Weg und damit deren Erwärmung im Vergleich zu tieferen Schichten. Eine Temperaturumkehr, die sog. Absinkinversion ist die Folge.

Die sich einstellende Schichtung - oben warm, unten kalt – ist typisch für winterliches Hochdruckwetter. Durch den fehlenden Wind erfolgt auch keine Durchmischung der unterschiedlich hohen Luftschichten. Hält sich eine solche Wetterlage über mehrere Tage, so bleibt es in Tallagen auch tagsüber kälter, als auf den Bergen. Die bestehende Hochnebeldecke verhindert zusätzlich die Erwärmung im Tal, wodurch sich der Hochnebel quasi selbst erhält. Erst ein Wetterumschwung mit frischem Wind kann diesen stabilen Zustand beenden. Bis dahin empfiehlt sich ein Ausflug auf nahegelegene Berggipfel.

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 27.12.2018 19:15 Uhr