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Am 1. Dezember hat der meteorologische Winter angefangen. In den meisten Niederungen gab es bis jetzt noch keine Schneeflocken und nur leichte Nachtfröste. Wie stehen die Chancen für einen echten Wintereinbruch in nächster Zeit?

Unsere Abbildung zeigt eine Prognose der Höchstwerte und des Niederschlags für Frankfurt am Main in den kommenden zwei Wochen. Die weißen Kurven stellen ein Mittel aus einer Vielzahl von Modellrechnungen dar, grau bzw. blau ist der Unsicherheitsbereich markiert. Das langjährige Mittel der Höchstwerte ist durch die rote Kurve dargestellt. Für andere Orte Deutschlands sähe diese Prognose im Detail anders aus. In höheren Lagen sind, wie üblich, tiefere Temperaturen zu erwarten. Dennoch kann man ein paar grundlegende Dinge aus der Abbildung herauslesen, die für weite Landesteile gelten.

Bis Donnerstag, den 5. Dezember, soll es in Frankfurt trocken bleiben bei Höchstwerten um oder etwas unter 5 Grad. Solange herrscht in weiten Teilen Deutschland trockenes Hochdruckwetter. In den Niederungen gibt es dabei die für den Winter typische Sonne-Nebel-Lotterie, während es im höheren Bergland sonnig ist. Der Norden Deutschlands hat es immer wieder auch mit Wolken zu tun. Am Freitag, den 6. Dezember, beginnt sich die Wetterlage umzustellen. In der Nordwesthälfte macht sich ein erster Tiefausläufer mit dichten Wolken, Regen und Wind bemerkbar, während sich im Südosten noch wenig ändert.

In weiterer Folge nehmen die Unsicherheiten der Wettervorhersage, wie üblich, zu. Dennoch ist es schon jetzt relativ sicher, das ab Samstag, den 7. Dezember, für längere Zeit Tiefdruckwetter mit wiederholten Niederschlägen herrscht. Es wird eine zyklonale Westwetterlage erwartet, wie sie für unser Klima eigentlich typisch ist. Unter Umständen können dabei sehr kräftige Atlantiktiefs entstehen, die in Deutschland für Sturm sorgen würden. Schnee fällt zunächst höchstens vorübergehend im höheren Bergland. Zur Monatsmitte hin soll nach einer Minderheit der Modellrechnungen kältere Luft aus Norden mit einbezogen werden. Mit einer eher geringen Wahrscheinlichkeit könnte es dann sogar im Flachland vorübergehend winterlich werden.

Vor allem in den westlichen Niederungen kommt das Warten auf Winterwetter ohnehin dem Warten auf die Ausnahme gleich. Schnee und Dauerfrost über mehrere Tage waren hier schon immer eher selten, seit dem Jahre 2014 gab es nahezu kein Winterwetter mehr.

Montag, 2. Dezember 2019

Dr. Ingo Bertram

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 02.12.2019 19:15 Uhr