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Die Wassertemperatur der Meeresoberflächen strebt ihrem jährlichen Maximum entgegen.

Obwohl die Tage seit dem 21. Juni ganz allmählich schon wieder kürzer werden, steigt die Meeresoberflächentemperatur noch weiter an. Denn die obersten Wasserschichten erwärmen sich sehr träge und werden von der immer noch hoch stehenden Sommersonne auch in den kommenden Wochen weiterhin aufgeheizt.

Die Ozeane sind riesige Wärmespeicher, da einerseits das Wasser eine sehr hohe Wärmekapazität besitzt, d.h. es bedarf einer großen Energiemenge um seine Temperatur zu erhöhen, und andererseits eine riesige Wassermenge in den Weltmeeren vorhanden ist. Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen beschränken sich lediglich auf die obersten etwa 50 bis 100 Meter, die sogenannte Mischungsschicht. Die Temperaturverteilung der Tiefsee bleibt nahezu unverändert. Dadurch reagieren die Meere sehr träge auf die jahreszeitlichen Veränderungen der Sonneneinstrahlung und hinken dem Sonnenstand etwa 6 bis 8 Wochen hinterher.

Die Temperaturen an Nord- und Ostsee sind mit aktuell 16 bis 18 Grad noch nicht ganz badetauglich. In den nächsten Wochen wird sich das küstennahe Wasser dort noch um 2 bis 4 Grad erwärmen. Im Golf von Biskaya kann man sich im 20 Grad kühlen Nass durchaus bereits gut erfrischen. Vor der Portugiesischen Küste ist das Wasser mit 19 Grad in Lissabon aber nicht viel wärmer als an den deutschen Küsten.

Wem das zu kalt ist, der sollte sich dem Mittelmeer zuwenden, das nicht ohne Grund gern auch als größte Badewanne der Welt bezeichnet wird. Denn hier reichen die Wassertemperaturen von etwa 24 im westlichen Mittelmeer über 26 Grad bei Sizilien bis zu 27 Grad an der türkischen Riviera und vor Zypern. Auch im Schwarzen Meer dürfte ein Badeurlaub bei 23 bis 25 Grad zumindest nicht an der Wassertemperatur scheitern.

Donnerstag, 4. Juli 2019

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 04.07.2019 19:15 Uhr