Gletscher
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Vor 107 Jahren am 15. April 1912 sank die RMS Titanic um ca. 02:30 Uhr südöstlich von Neufundland, nachdem sie zuvor mit einem Eisberg kollidierte. Der kalte Labradorstrom treibt immer wieder Eisberge im Nordatlantik Richtung Süden und gefährdet damit die Schifffahrt.

Eis hat eine etwas geringere Dichte als Wasser und schwimmt deswegen oben auf. Jedoch befinden sich etwa 90% eines Eisberges unterhalb der Wasseroberfläche. Diesen Zusammenhang erklärte erstmals  der russische Naturwissenschaftler Michail Lomonossow im Jahre 1750.

Da man sprichwörtlich nur die Spitze des Eisberges sehen kann, sollten Schiffe Eisberge weiträumig umfahren. 1912 starben beim Untergang der Titanic 1514 Menschen. Erst dieses katastrophale Ereignis führte dazu das Vorkommen der Eisberge genauer zu beobachten und zu erforschen.

Die meisten Eisberge entstehen rund um Grönland oder in der Antarktis. Grönland ist zu über 80% von einem bis zu 3400 Meter dicken Eisschild bedeckt. Beim sogenannten „kalben“ brechen Teile eines Gletschers oder eines Eisschelfs ab und bilden eigenständige Eismassen, die dann durch Meeresströmungen oder Wind bewegt werden. Dabei unterscheidet man zwischen tafelförmigen und nicht-tafelförmigen Eisbergen. Sogenannte Tafeleisberge sind relativ flach und entstehen hauptsächlich in der Antarktis und bilden die größten Eisberge. Im Schnitt überleben Eisberge etwa 3 Jahre, sehr große Exemplare können auch mehrere Jahrzehnte bestehen. Der größte jemals aufgezeichnete Eisberg war ein Tafeleisberg im südlichen Pazifik im Jahr 1956. Dieser hatte eine Fläche von ca. 31.000 Quadratkilometern und war damit etwa 1,5 Mal so groß wie Hessen. Nicht-tafelförmige Eisberge können ganz unterschiedliche Formen haben. Kleinere Eisberge nennt man Growler, diese haben noch eine Größe von Autos bis hin zu Einfamilienhäusern.  

Heutzutage werden Eisberge weltweit von dem National Ice Center der USA überwacht. Dazu werden hauptsächlich Daten von polarumrundenden Satelliten ausgewertet, die genauere Einblicke in entlegene Gebiete der Erde schaffen. Eisberge die einen Durchmesser von über 18 km haben bekommen auch einen Namen. Der Buchstabe steht für den Quadranten in dem der Eisberg entdeckt wurde und einer fortlaufenden Nummer.

1958 sank das letzte als „unsinkbares“ Schiff deklarierte Schiff „Hans Hedtoft“ nach einem Zusammenstoß mit einem Eisberg südlich von Grönland.

Montag, 15. April 2019

Pila Bossmann
ARD-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 15.04.2019 19:15 Uhr