tempverlauf

Wegen Corona verbringen sehr viele mehr Leute ihren Urlaub zu Hause in Deutschland als in anderen Jahren. Außer in Baden-Württemberg und Bayern sind in dieser Woche Schulferien. Was hat das Wetter mit uns vor?

In den kommenden Tagen erstreckt sich ein Keil des Azorenhochs nach Westeuropa. Davon wird vor allem die Südhälfte Deutschlands profitieren. Zugleich liegt über Skandinavien ein Tief, welches den Norden Deutschlands mit kühler und wolkenreicher Luft versorgt.

Im nördlichen Drittel Deutschlands, etwa nördlich einer Linie Berlin-Münster, gestaltet sich das Wetter in dieser Woche wechselhaft. Neben freundlichen Phasen überwiegen immer wieder die Wolken und es gibt an den meisten Tagen irgendwo ein paar Schauer. An den Küsten ist es dazu windig. Das Temperaturniveau liegt mit 17 bis 22 Grad etwas unter dem langjährigen Mittel, vielleicht gibt es auch zwischendurch mal einen etwas wärmeren Tag. Die Chance hierfür ist vor allem am kommenden Wochenende gegeben. Ein paar Sonnenstunden kommen an den meisten Tagen zusammen, viele sind es aber in der Regel nicht.

Die Mitte Deutschlands, also der Bereich von Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Rheinland-Pfalz über Hessen bis ins südliche Brandenburg und Sachsen, stellt in dieser Woche eine Übergangszone dar. Am Dienstag scheint die Sonne dort verbreitet für viele Stunden und es ist trocken. An den meisten der Folgetage ist es durchwachsen, wobei es mit jedem Kilometer nach Süden freundlicher wird. Schauer bleiben selten, aus heutiger Sicht wird man am ehesten am Freitag und Sonntag mal nass. Vielfach ist mit Höchstwerten von 20 bis 25 Grad zu rechnen, an Rhein und Main gibt es mit Werten über 25 Grad einige Sommertage. Das Temperaturniveau ist in der Mitte für den Juli sehr normal.

Als dritte Wetterzone bleibt noch der Süden, in diesem Fall das Saarland, die Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Hier liegen die Höchstwerte mit 22 bis 28 Grad etwas über dem Durchschnitt. Am Oberrhein sind auch Werte nahe 30 Grad drin. Von Dienstag bis Donnerstag scheint häufig die Sonne. Im Süden von Bayern und Baden-Württemberg gibt es jedoch an allen Tagen einige Gewitter. Ab Freitag wird es allgemein leicht wechselhaft. Dann sind überall Schauer oder Gewitter möglich.

In den letzten Jahren zeigten die Wetterlagen immer wieder eine auffällige Persistenz. So sieht es auch diesen Sommer aus. Seit Anfang Juni hat sich die Wetterlage kaum verändert. Ob sich im August noch beständiges, heißes Hochdruckwetter einstellt, ist völlig offen. In den vergangenen sechs Wochen gab es immer wieder mal Modellrechnungen, die etwa ab dem siebten Folgetag eine Hitzewelle drin hatten. In diversen Wetterapps wird dieser Modelloutput gnadenlos in einer Vorhersage dargestellt. Wenn die App eine Hitzewelle zeigt, sollte man diesen Sommer immer vorsichtig sein. Irgendwann wird sich die Wetterlage wieder ändern. Doch vorher können sich noch viele Versprechungen auf eine Änderung wegen der großen Erhaltungsneigung der aktuellen Wetterlage nicht bewahrheiten.

Montag, 20. Juli 2020

Dr. Ingo Bertram

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 20.07.2020 19:15 Uhr