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Tief „Axel“ sorgte in den vergangenen Tagen vor allem in der Mitte und am Alpenrand für enorme Regenmengen

So fielen bis Mittwochfrüh binnen 48 Stunden beispielsweise in Schlüchtern in Hessen 104 Liter pro Quadratmeter. In Baiersbronn im Schwarzwald wurden in diesem Zeitraum 167 Liter gemessen. Am meisten Regen fiel jedoch im Allgäu, im Stau der Alpen. So verzeichnete beispielsweise Aschau-Stein im betrachteten Zeitraum 183, Jachenau-Tannen 194 und Balderschwang sogar 203 Liter pro Quadratmeter.

Eine Untersuchung der Regenmengen zwischen 1951 und 2000 hat ergeben, dass in weiten Teilen Deutschlands 100 bis 120 Liter Regen innerhalb von 48 Stunden nur etwa einmal in 100 Jahren zu erwarten sind. Etwas höher liegen diese Werte im Schwarzwald und an den Alpen, wo erst 48stündige Regenmengen über 140 Liter bzw. über 160 Liter pro Quadratmeter als Jahrhundert-Ereignis gelten.

Für 24-stündige Regensummen beträgt der deutschlandweite Rekord sage und schreibe 312 Liter pro Quadratmeter, die am 12. August 2002 in Zinnwald im Erzgebirge gemessen wurden. Die darauffolgende Elbeflut ist für viele eine bleibende Erinnerung. Besonders gefährlich sind vor allem extrem intensive Platzregen, wie sie für ein starkes Gewitter typisch sind.

Während eines Unwetters am 29. Mai 2016 in Braunsbach in Baden-Württemberg reichten regional gefallene Regenmengen von bis zu 65 Liter innerhalb einer Stunde um den gesamten Ort zu verwüsten. Bei Füssen im Allgäu sollen am 25. Mai 1920 innerhalb von nur 8 Minuten sogar 126 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen sein - die Messung wird jedoch angezweifelt.

Mittwoch, 22. Juni 2019

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 22.05.2019 19:15 Uhr