kohlechina

Wirtschaftsleistung und Emissionen sind eng miteinander verbunden, das zeigt einmal mehr das Beispiel in China.

Das Coronavirus führt momentan in der Bevölkerung zu Verunsicherung. Trotz all den Gefahren und negativen Auswirkungen hat dieses Virus auch einen positiven Effekt. Es reduziert nämlich die Emission klima- und umweltschädlicher Gase.

China ist mit Abstand der größte Emittent des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids (CO2). Aber auch die Emission von Stickoxiden belasten die Großstädte in China zunehmend. Während das CO2 global wirksam wird und unser Klima stetig erwärmt, sind die Folgen von Stickoxiden vor allem für die Luftqualität vor Ort problematisch.  

Seit dem Ausbruch des Coronavirus in China sind viele Fabriken lahmgelegt. Die  Emission des bekanntesten Treibhausgas CO2 sinkt deshalb seit langer Zeit wieder. 36 % geringerer Kohleverbrauch, 15 % weniger Hauptstahlprodukte und 34 % niedrigere Auslastung von Ölraffinerien haben dazu geführt, dass 25 % weniger CO2 emittiert wurde, im Vergleich zu den Vorjahren. Das entspricht einer Ersparnis im Februar von 200 Millionen Tonnen CO2, das ist ungefähr genauso viel wie die Niederlande oder die Ukraine im ganzen Jahr emittieren.

Wie in der Abbildung zu erkennen ist, sinken die Emissionen von CO2 zum chinesischen Neujahr drastisch, das ist nicht ungewöhnlich, da die Feierlichkeiten etwa 10 Tage andauern und daraus weniger Wirtschaftsleistung resultiert. Danach steigen sie normalerweise wieder auf das vorige Niveau an. Dieses Jahr stagnierten die CO2 Emissionen aber weiterhin auf niedrigem Niveau. Das ist auf den Coronavirus zurückzuführen, denn viele Produktionsstätten liegen deshalb still. Auch das Reisen wurde stark eingeschränkt, somit verzeichnet man einen Rückgang des weltweiten Passagiervolumens, aufgrund von Flugausfällen, von etwa 10%.

Aber nicht nur die CO2-Emissionen sind stark zurückgegangen, sondern auch die Stickoxide. Diese werden ebenfalls bei Verbrennung fossiler Brennstoffe in die Atmosphäre überführt. Nach Angaben der NASA ist die Konzentration dieser Spurengase um etwa 30 % zurückgegangen nach dem Ausbruch des Coronavirus. Anders als beim CO2 hat speziell Stickstoffdioxid (NO2) besonders starke Auswirkungen auf die Luftqualität vor Ort. Bei einer sogenannten Inversionswetterlage, indem ein geringer Austausch der Luft herrscht, ist N02 besonders wirksam und kann zu Smog führen. Bleibt es weiterhin bei dieser geringen Konzentration, so könnte sich die Sterblichkeit aufgrund schlechter Luftqualität stark reduzieren.

Somit wird dem Planeten durch ein unerwünschtes Phänomen eine kleine Verschnaufpause gewährt, wenn auch nur von kurzer Dauer, da die Führung in Peking mittlerweile in vielen Bereichen von China die Produktion wieder anlaufen lässt. Somit dürften sich die Emissionen klima- und umweltschädlicher Gase auf das altbekannte Niveau wieder einpendeln.

Freitag, der 06.03.2020

Elias Arndt

ARD-Wetterredaktion  

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 06.03.2020 19:15 Uhr