zonalewetterlage
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Tiefs im Norden, hoher Druck im Süden – Zutaten für eine Westwetterlage.

Nach der von hohem Luftdruck geprägten Witterung in der zweiten Februarhälfte hat sich nun im März eine sogenannte Westwetterlage eingestellt.

Unser Wetter wird häufig im Westen, draußen auf dem Atlantik gemacht. Steht ein kräftiges Azorenhoch einem kräftigen Islandtief gegenüber, entsteht zwischen diesen beiden Druckgebilden eine stramme westliche Strömung. Dann können kleinere Randtiefs und deren Ausläufer vom Atlantik kommend auf Mitteleuropa übergreifen und das Wetter hierzulande unbeständig, regnerisch und stürmisch gestalten.

Aufgrund der Erdrotation strömt in mittleren Breiten zwischen etwa 40 und 60 Grad die Luft im Mittel von West nach Ost. Näher in Richtung Äquator dagegen herrscht ein östlicher Grundstrom vor, der sehr beständig ist und deswegen von Seefahren früher zur Passage in die Neue Welt genutzt wurde, wodurch die Passatwinde ihren Namen erhielten.

In den mittleren Breiten ist jedoch die atmosphärische Strömung chaotischer als in den Subtropen, so dass der eigentliche Normalzustand einer von Westen kommenden Strömung manchmal unterbrochen wird. Dies ist dann der Fall, wenn sich große Hochdruckgebiete aufbauen und sich den wandernden Tiefdruckgebieten in den Weg stellen. Bei diesen blockierten Wetterlagen kann dann die Luft großräumig in Nord-Südrichtung strömen. Dieses Muster, auch als meridionale Wetterlage bezeichnet, war in der zweiten Februarhälfte dominant, entsprechend trocken, mild und ungewöhnlich sonnig fiel die Bilanz für den Februar am Ende auch aus.

Doch pünktlich zum meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März hat sich die Wetterlage umgestellt  und zonale, also von West nach Ost ausgerichtete Strömungsmuster die Oberhand gewonnen. So bestimmen auch am Wochenende nach einem kurzen Zwischenhoch am Freitag erneut Tiefausläufer das Wetter hierzulande. Bereits in der Nacht auf Samstag zieht aus Westen neuer Regen auf und der Wind frischt erneut kräftig auf.

Neben ergiebigen Regenfällen bis Sonntag von verbreitet10 bis 30, im Stau der Mittelgebirge auch bis 50 Litern pro Quadratmeter, wird es auch ziemlich viel Wind mit Sturmböen in der Nordhälfte geben. Am Sonntag ist sogar eine ausgewachsene Sturmlage in der Norddeutschen Tiefebene möglich. Voraussichtlich bis Ende kommender Wochen werden die Tiefnamen im Alphabet rasch weiter voran schreiten. Ob sich zum kalendarischen Frühlingsanfang am 20. März dann ein neues Frühlingshoch etablieren kann, muss abgewartet werden.

Freitag, 8. März 2019

Tim Staeger

hr-Wetterredaktion

Sendung: "alle wetter!", hr-fernsehen, 08.03.2019 19:15 Uhr