irrtumwetter

Ob im Bereich Natur, Mensch oder Technik, fast überall sind sie zu finden: Die Irrtümer des Wetters

Menschen beschäftigen sich mit dem Wetter täglich. In der Gesellschaft haben sich aber auch einige Irrtümer rund ums Wetter etabliert. Besonders im deutschsprachigen Raum existieren eine Vielzahl. Einige von ihnen haben aber einen wahren Kern, andere sind aus wissenschaftlicher Sicht kompletter Unfug. Dieser Artikel bezieht sich auf drei Wetterirrtümer, die vielen Menschen bekannt sein dürfte.

Bei der Frage, in welcher Region in Deutschland am meisten Regen fällt, würden wohl die meisten Deutschen auf den Norden tippen. Das ist aber so nicht richtig. Vergleicht man zum Beispiel die durchschnittliche Regensumme von Hamburg und München, so regnet es in München pro Jahr etwa 40 mm mehr. Die Erklärung für diesen Irrglauben liegt darin begründet, dass es in München mehr auf einmal regnet. Die Niederschlagssumme ist zwar höher, aber dafür ist die Dauer der Niederschläge kürzer. Zu dem ist die mittlere Sonnenscheindauer pro Tag in München mit 4,6 Stunden im Jahresmittel höher. Das sind etwa 0,3 Stunden pro Tag mehr als in Hamburg. Das ist der Grund, warum der Norden von Deutschland in der Regel als verregneter wahrgenommen wird.

Weiter geht es mit einer klassischen Wetterweisheit, die besagt: “Siehst du Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regen kriegen.“ In diesem Satz steckt eine vermeidliche Wetterprognose. Die Flughöhe der Schwalben wird mit dem bevorstehenden Regenevent in Verbindung gesetzt. Das ist ein Irrtum. Allerdings steckt hier auch ein wahrer Kern, denn der aktuelle Wetterzustand kann in Teilen beschrieben werden. Ist das Wetter nämlich schlecht, dann halten sich Insekten niedriger am Boden auf. Schwalben benötigen Insekten als Futter, deshalb sind sie ebenfalls dort. Insekten werden von steigenden Luftströmungen am Boden in der Luft gehalten. Bei schlechtem Wetter gibt es einen nicht so starken Antrieb dieser bodennahen Luftströmung, daher sind die Insekten weiter unten zu finden.

Oft wird der Eindruck geweckt, man könne sich nicht auf Wettervorhersagen verlassen. Es wird häufig gesagt: "Das Wetter morgen wird genauso wie das Wetter heute, ist ein ebenso guter Wetterbericht“. Das ist nicht richtig. Die Prognosegüte der Wettervorhersage liegt für die den nächsten Tag bei der Höchsttemperatur sowie bei der Windgeschwindigkeit bei rund 91 %, bei der Tiefsttemperatur bei 84 % und beim Niederschlag 77 %. In unseren Breiten liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Wetter vom Vortag wiederholt bei etwa 55 %. Somit ist der Wetterbericht verlässlicher. Vor einigenJahrzehnten waren Wetterberichte noch nicht so zutreffend. Aufgrund zunehmender Rechenleistung der Computer und moderneren Verfahren konnte die Wettervorhersage stetig verbessert werden.

Dienstag, 28.04.2020

Elias Arndt

ARD-Wetterredaktion