Den Wäldern geht es schlecht. Trockenheit und Stürme setzen ihnen zu. Das macht sie anfällig für Schädlinge und Pilzerkrankungen. Wer derzeit in den Wald geht, merkt vielerorts: Der Wald ist nicht mehr der, der er mal war. Von Waldsterben 2.0 ist inzwischen die Rede.

Waldsterben 2.0

11.07.2019, Rheinland-Pfalz, Koblenz: Die Luftaufnahme mit einer Drohne zeigt geschädigte Fichten im rechtsrheinischen Stadtwald von Koblenz. Dürre, Hitze und Schädlinge bringen nicht nur Nadel-, sondern zunehmend auch Laubbäumenden Tod.

War es in den 1980er Jahren der saure Regen der unseren Wäldern zusetzte – so ist es heute der Klimawandel. Die Fläche, die vom Baumsterben betroffen ist, hat sich in den letzten 30 Jahren in Mitteleuropa nahezu verdoppelt, auf 3.000 Quadratkilometer jährlich. Dies entspricht der Fläche des Saarlandes, hat eine Studie der Humboldt Universität Berlin errechnet. Der extrem trockene Sommer 2018 hat dem Wald besonders geschadet: verheerende Stürme, dazu noch vielerorts Borkenkäfer- und Pilzbefall. Wer derzeit in den Wald geht, merkt überall in Deutschland, unser Wald ist nicht mehr der, der er mal war. [zum Video]

Siegel gut, alles gut? – Wie nachhaltig ist Holz mit dem FSC-Siegel wirklich?

Foto eines FSC-Schilds in einem Wald.

Mit dem Kauf FSC-zertifizierter Produkte glauben viele, in jedem Fall etwas Gutes für die Wälder zu tun. Der FSC besteht aus drei gleichberechtigten Kammern mit ganz unterschiedlichen Interessen: Waldbewohner, Naturschutzorganisationen und Holzindustrie. Ziel ist eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. Doch klappt das wirklich? [zum Video]

Flora Robotica

Ein Baumstamm liegt über einem Fluss

Häuser, die wachsen? Im Forschungsprojekt Flora Robotica untersuchen Wissenschaftler, wie aus Pflanzen und Technik ganze Bauwerke entstehen könnten. Ihr Ziel ist es, dass ganze Bauwerke einmal wie von allein wachsen, zum Beispiel Brücken aus Wurzeln oder Häuser aus Bäumen. [zum Video]

Pilzschwund im Wald

Ästiger Stachelbart an einem toten Baumstamm

Die meisten der über 6.000 Großpilzarten in Deutschland leben weitgehend unbeachtet in unseren Wäldern. Vielleicht fällt vielen Menschen deshalb nicht auf, dass es immer weniger gibt. Dabei sind sie enorm wichtig für die Gesundheit des Waldes. Denn ohne Pilze würden wir im Laub und Totholz versinken. Doch Pilze haben keine Lobby, denn in den meisten deutschen Wäldern geht es hauptsächlich um's Geldverdienen.

Hype oder heilsam: Waldbaden

Frau wirft Laub in die Luft

Ruhe und Balance im Wald finden. Auf Neudeutsch: Waldbaden oder Waldtherapie. Es sind einfache Achtsamkeitsübungen in neuer Umgebung. Das bewusste und nicht wertende Erleben baut tatsächlich nachweislich Stress ab. Aber kann der Wald den Effekt der Übungen denn verstärken? [zum Video]

Weide als Werkstoff

Videobeitrag

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zum Video Weide als Werkstoff

Momentaufnahme Weide
Ende des Videobeitrags

Nachhaltigkeit ist in: Zahnbürsten aus Bambus, Flaschen aus Algen, Obst und Gemüse in Bananenblätter-Verpackung. Doch noch sind all diese Materialien aus Bäumen oder von Pflanzen, die nicht heimisch sind und von weither zu uns transportiert werden müssen.

Besser ist da natürlich, etwas zu haben, was hier bei uns wächst. Daran arbeitet derzeit ein interdisziplinäres Team von der Universität Kassel: Sie haben die Weide für sich entdeckt und wollen daraus einen Werkstoff entwickeln, der Bambus und Co. Konkurrenz in Zukunft machen könnte.


Moderation: Thomas Ranft
Sendung: hr-fernsehen, "alles wissen", 05.09.2019, 20:15 Uhr