Ein Mädchen pflückt Tomaten.

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zum Video Ernte-Quiz – wie gut kennen Sie sich mit geernteten Früchten aus?

Besonders jetzt decken sich viele Menschen mit erntefrischem Obst und Gemüse ein. Es ist lecker und regional. Aber was wissen wir eigentlich über Ernte? Das wollen wir mal genauer wissen - mit dem Alles Wissen Ernte-Quiz.

In unserem Bundesland gibt es 473.000 Hektar Ackerland. Wie sieht es mit dem aus, was auf dem Wochenmarkt am meisten angeboten wird – nämlich Obst und Gemüse? Unsere Frage:

Wie viel Prozent der Anbaufläche wird in Hessen für Obst und Gemüse genutzt?

a) 2  Prozent?

b) 23 Prozent?

c) 38 Prozent?

Obst und Gemüse werden in Hessen auf etwa 9 000 ha angebaut. Das ist nicht viel, nämlich nur mickrige 2 Prozent der Anbaufläche.  Denn auf den Feldern wird vor allem Getreide angebaut. Spitzenreiter ist Weizen mit 160 000 Hektar. Gefolgt von Gerste mit 87 000 Hektar. Stark vertreten auch Raps mit 58 000 Hektar. Die Folge: Das hierzulande angebaute Gemüse und Obst reicht bei weitem nicht aus, um alle zu versorgen: Gemüse deckt rund ein Drittel, Obst sogar nur ein Fünftel des heimischen Bedarfs. Ein weiterer Grund für das Obst- und Gemüsedefizit: Für die Pflege und vor allem die Ernte vieler Produkte ist jede Menge Handarbeit nötig – sehr viel mehr als zum Beispiel für Getreide oder Zuckerrüben.

Der fallende Apfel

Das beliebteste und mit Abstand am meisten angebaute Obst ist der Apfel. Knapp 5.000 Tonnen wurden 2017 im hessischen Erwerbsanbau geerntet. 2/3 davon landete als Tafelobst im Handel. Ab Mitte August werden die Äpfel in den hessischen Apfel-Plantagen von den Bäumen geholt. Wobei - so mancher Apfel liegt auch schon am Boden. Warum eigentlich?

Warum fällt der Apfel vom Baum?

Weil er zu schwer ist? Nein! Sondern weil der Apfel mit dem Baum kommuniziert. Denn ist er schadhaft oder einfach nur sehr reif, produziert das Fruchtfleisch das Gas Ethen. Das strömt durch den Stiel in den Baum.  Der schickt im Gegenzug ein Hormon namens Abscisinsäure zurück. Das Hormon bewirkt, dass sich zwischen Zweig und Stiel so genannte Korkzellen bilden. Die lassen keine Nährstoffe mehr durch und werden immer dicker - eine Sollbruchstelle  entsteht. Und schon beim leichtesten Windzug reißt die Stelle und der Apfel fällt vom Baum.

Rot und Weiß

Auch leckere Trauben finden wir auf dem Markt. Die kann man essen. Oder auch trinken. Auf über 3000 Hektar belaufen sich allein die Weintrauben-Anbaugebiete des Rheingaus, in denen rote und weiße Trauben geerntet werden, um dann zu Wein verarbeitet zu werden. Apropos Rot und Weiß:

Rotwein wird aus roten Trauben gemacht. Und Weißwein?

Aus weißen, könnte man denken. Aber das stimmt nur zum Teil. Denn Weißwein kann auch aus roten Trauben hergestellt werden. Klar: Bei der Produktion von Rotwein, werden die roten Trauben verarbeitet – und zwar mitsamt der Schale. Man spricht hier von der Maischegärung. Da die Farbstoffe vor allem in der Schale liegen, bekommt der Rotwein also von den Schalen seine Farbe. Beim Weißwein wird aber die Schale nicht vergoren, sondern nur der ausgepresste Most. Und der ist hell. Sowohl bei weißen als auch bei roten Trauben.

Dicke Dinger

Von der kleinen Traube kommen wir jetzt zu einem Riesending: dem Kürbis. Besonders im Herbst spielt er bei uns eine große Rolle. Ist er doch ein extrem leckerer Suppenlieferant.

Und auch wenn er im Gegensatz zur Traube sehr trocken daher kommt, besteht er doch zu einem gewissen Teil aus Wasser. Wir wollen wissen:

Wie hoch ist der Wasseranteil eines Kürbis?

a) 20 Prozent?

b) 40 Prozent?

c) 90 Prozent?

Fest steht: In Hessen ist der Kürbis sehr beliebt. Denn er ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund: Er enthält wichtige Mineralstoffe wie Kalium und Eisen. Oder auch Beta-Carotin, das vom Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Und darüber hinaus hat der Kürbis wenig Kalorien. Aber wie steht es jetzt um den Wassergehalt?

Er liegt tatsächlich bei 90 Prozent. Und trotz des hohen Wasseranteils haben Kürbisse auch noch ein tolles Aroma.

Tomaten: Wohin damit?

Was man von Tomaten nicht immer behaupten kann. Doch es gibt sie: Leckere Tomaten.

Damit das auch nach dem Einkauf auch so bleibt, sollte man sie richtig lagern. Aber:

Wie lagert man Tomaten am besten?

Viele lagern sie im Kühlschrank. Aber das ist keine gute Idee! Denn da verlieren sie sehr schnell ihr Aroma. Warum das so ist, haben US-Wissenschaftler untersucht. Und fanden heraus, dass bestimmte Tomaten-Gene, die mit der Aroma-Bildung zu tun haben, bei längerer Kühlung seltener aktiviert werden. Zugleich verflüchtigen sich bereits produzierte Aromen aus der Tomate. Deshalb: Tomaten einfach bei Zimmertemperatur lagern. Dann bleiben sie auch lecker.

So, das war‘s mit unserem Ernte-Quiz. Wir hoffen, dass Sie nicht nur erntefrische Warentipps, sondern auch nützliche Erkenntnisse bekommen haben.

Sendung: hr-fernsehen, "alles wissen", 18.07.2019, 20:15 Uhr