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Eine Frau schaut in eine Waschmaschine

Waschmaschine auf, schmutzige Wäsche rein und raus kommt alles sauber und porentief rein. Von wegen – in Waschmaschinen wachsen jede Menge Keime, die unsere Gesundheit bedrohen können.

Wo finden sich Mikroorganismen in der Waschmaschine?

Bakterien und andere Mikroorganismen finden sich vor allem in der Einspülkammer und der Waschmittelschublade, sowie in den Gummidichtungen in der Tür.

Welche Mikroorganismen sind das?

Prof. Dirk Bockmühl, der an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve zum Thema "Hygiene im Alltag" forscht, spricht von einem "Bakterienzoo". Es leben dort hunderte Bakterienarten, außerdem Schimmelpilze und Hefen.

Was machen sie dort?

Sie finden in unseren Waschmaschinen ideale Bedingungen. Es ist feucht und es gibt ausreichend zu "essen", da die modernen Waschmittel  biologisch abbaubar sind. Das bedeutet nichts anderes, als dass sie  Bakterien und Co als Nahrung dienen.

Ist das gefährlich?

Die Mikroorganismen gelangen von der Einspülkammer mit dem Wasser zur Wäsche. D.h. vor allem beim Klarspülen gelangen sie auf die gewaschene Wäsche.

Ist die Waschmaschine sehr stark besiedelt kann das zu unangenehmen Gerüchen führen. Waschmaschine und auch Wäsche "stinken" oder riechen jedenfalls alles andere als frisch!

Deshalb sollte man die Keimzahl möglichst gering halten. Gefährlich sind die Keime auf der Wäsche in aller Regel nicht, da die meisten Mikroorganismen keine Krankheitserreger sind. Außerdem sind selbst Krankheitserreger nicht leicht in der Lage, die Haut zu durchdringen, es gibt also keinen wirklichen Infektionsweg. Und: Meist ist die Erregeranzahl zu gering für eine Infektion.

Ausnahmen sind, wenn es in der Familie eine ansteckende Magen-Darmerkrankung oder eine Pilzerkrankung gibt. Dann können diese Keime auch über die Wäsche übertragen werden.

Gleiches gilt, wenn in der Familie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder offenen Wunden leben. Dann müssen besondere hygienische Vorkehrungen getroffen werden.

Was kann ich tun?

Der Hygieniker Prof. Dirk Bockmühl empfiehlt einmal im Monat eine Wäsche mit 60 Grad und einem Vollwaschmittel zu waschen, das Bleichmittel enthält (Achtung: Nur Pulver enthält Bleichmittel, Flüssigwaschmittel nicht). Die Kombination zwischen hoher Temperatur und Bleichmittel überleben die meisten Bakterien, Pilze und Hefen nicht. Allerdings ist hier folgendes zu beachten: Die meisten der Spar- oder Ökoprogramme erreichen keine 60 Grad! Durch ihre längere Waschdauer, waschen sie lediglich so sauber, wie bei 60 Grad. Der Schmutz ist also weg, aber Bakterien und Co sind noch am Leben. Also in diesem Fall, je nach Waschmaschinentyp das „Normal“- oder „Intensivprogramm“ benutzen. Im Zweifel die Gebrauchsanweisung lesen.

Wäsche von Menschen, die infektiös sind, also z.B. einen Fußpilz oder eine Durchfallerkrankung haben, sollte grundsätzlich mit einem Vollwaschmitel und bei 60 Grad gewaschen werden.

Zusätzlich sollte die Waschmaschine regelmäßig gesäubert werden. Dazu die Schublade der Einspülkammer herausnehmen und mit einem Schwamm oder einer Bürste und Allzweckreiniger die gesamte Kammer und Schublade gründlich reinigen. Ebenso die Gummidichtungen der Bullaugentür oder des Waschmaschinendeckels.

Nach jeder Wäsche auf jeden Fall die Schublade der Einspülkammer ein Stück herausziehen und die Tür der Waschmaschinen offen lassen. Sinnvoll ist es auch, die Gummidichtungen zu trocknen. Mit diesen Maßnahmen hält man die Keimbelastung in Schach.

Weitere Informationen

Links

https://www.ikw.org/fileadmin/ikw/downloads/Haushaltspflege/HP_Hygienebroschuere_2014.pdf

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-fernsehen, "alles wissen", 28.11.2019, 20:15 Uhr