Video

zum Video Sonnenbrillen-Test

Es gibt sie in allen Farben, Formen und Größen. Aber einige Dinge sollte man doch beachten – vor allem den UV-Schutz. Wir klären mit dem Kasseler Augenoptiker-Meister Julien Tedj in Sachen Schutz, Sicherheit und Preis auf.

UV-Schutz

Es gibt sie in jeder Form, jeder Größe – und auch in jeder Farbe. Die Gläser: Mal einfach nur grau, mal grell verspiegelt. Aber was wissen wir wirklich über unsere Sonnenbrille? Was ist beispielsweise mit dem Kürzel UV 400, das oft auf der Brille steht?

Die Antwort: Die Sonnenbrillen müssen Ultraviolettes  Licht bis 400 Nanometer blockieren. Dies gewährleistet einen ausreichenden Schutz der Augen. Auf vielen Brillen steht deshalb auch das Label UV 400. Doch es gibt durchaus noch kniffligere Fragen.

Aufklärung tut not

Zur Unterstützung haben wir Julien Tedja geholt. Der Kasseler Augenoptiker-Meister sagt: "Meine Kunden wissen schon eine Menge über Sonnenbrillen."  Dennoch sieht auch er Nachholbedarf: "Ich merke das im täglichen Geschäft. Wir erklären das immer. Aber ich weiß nicht, ob ich da manchmal zu viel voraussetze."

Dann wollen wir das mit ihm zusammen einmal ändern. Wir klären auf in Sachen Schutz, Sicherheit und Preis.

Praxis-Test

Außerdem wollen wir wissen, wie gut die Sonnenbrillen unserer Passanten sie wirklich schützen. Dafür macht Julien Tedja einen speziellen UV-Test. Nicht nur bei  hochwertigeren Brillen, sondern auch bei Billig-Exemplaren ab drei Euro. Das spannende Ergebnis gibt’s später.

Sonnenbrillen bewahren vor Augenschäden

Jetzt erst mal zu unserem Wissenstest und der ersten Kategorie: Dem Schutz. Blicken wir ungeschützt in die Sonne, können die Strahlen unsere Netzhaut schädigen. Deshalb verengen sich unsere Pupillen, außerdem kneifen wir die Augen zusammen. Dennoch dringen die UV-Strahlen bis auf unsere Netz- und Hornhaut. Und das birgt Risiken, weiß Julien Tedja: "Im Alltag kann es zum Beispiel den Grauen Star, den so genannten Katarakt fördern. Oder dafür sorgen, dass die Erkrankung  früher auftritt. Dass die Linse als solches sich schneller eintrübt."

EU schafte Sicherheitsstandards

Ein ausreichender Sonnenschutz ist also wichtig. Man erkennt ihn unter anderem daran, dass auf der Sonnenbrille das Label "CE" aufgedruckt ist. Aber was bedeutet dieses Zeichen überhaupt?

Die Antwort: Das CE steht für die Worte Communauté Européenne, auf Deutsch: Europäische Gemeinschaft. Das Zeichen garantiert die korrekte Einhaltung der EU-Sicherheitsstandards. Das heißt: Die Sonnenbrillen müssen UV-Licht bis 400 Nanometer blockieren. 

Auch die Größe ist wichtig

Um die Schutzwirkung optimal zu nutzen, sollte man auch auf die Größe der Gläser achten. Denn sie schützen nicht nur das Auge, sondern auch die empfindliche Haut drum herum.

"Ich achte zum Beispiel immer drauf, dass es hier oben an der Augenbraue möglichst gut abschließt", erklärt Julien Tedja. "Einfach um da eine Sonneneinstrahlung zu vermeiden, weil durch das dunkle Glas die Pupille immer ein bisschen aufgeht. Und wenn dann von außen herum Sonne einstrahlt, dann ist natürlich das Risiko einer Verblitzung deutlich höher." Und auch die Tönungsstärke  der Gläser spielt eine Rolle. Aber welche?

Die Antwort:  Mit UV-Schutz hat die Tönung nichts zu tun. Getönte Gläser schützen die Augen, weil sie die Helligkeit des Lichts verringern. Insgesamt gibt es vier Tönungsgrade. Für uns Mitteleuropäer empfiehlt sich die Schutzkategorie 1 oder 2. Wer Urlaub am Meer macht, sollte zur Kategorie 3 greifen. Die 4 ist nur sehr selten nötig, erklärt Julien Tedja: "Das ist dann wirklich nur noch fürs Hochgebirge, wenn man im hochalpinen Bereich über zweieinhalb, dreitausend Meter geht. Da ist es dann wichtig, eine Sonnenbrille der Schutz-Kategorie 4  zu nehmen, einfach um das Auge besonders gut zu schützen."

Sonnenbrille und Auto

Und damit kommen wir zur Sicherheit. Sonnenbrillen der Kategorie vier sind nämlich im Auto tabu. Sie dunkeln zu sehr ab. Das erhöht das Unfallrisiko beträchtlich. Und auch auf die Tönungs-Farbe sollte man als Autofahrer genau achten. Denn bei einer dieser Farben kann man unter Umständen richtig  Ärger bekommen – es droht sogar ein Bußgeld. Aber welche Farbe ist das?

Die Antwort: Im Gegensatz etwa zu rot, gelb, oder grau verfälschen manche blauen Gläser die Farbe von Warnschildern – und vor allem der Ampel. Deshalb: Vor dem Autofahren die blaue Brille absetzen – oder die Brille wechseln. Und damit wären wir beim Preis.

Ist billig automatisch schlecht?

Sonnenbrillen sind nicht teuer. Es gibt sie schon ab drei Euro. Aber schützen sie auch zuverlässig? Genau das hat Julien Tedja getestet. Klar ist: Die Brillen müssen UV Strahlung bis 400 Nanometer abblocken. Doch schaffen das auch billige Brillen? Julien Tedja kann die Frage ganz eindeutig beantworten: "Wir haben bei unserem Test festgestellt, dass sowohl die teuren, die wertigen Sonnenbrillen als auch die günstigen Sonnenbrillen alle durch die Bank einen hundertprozentigen UV-Schutz haben. Das ist sehr positiv zu bewerten. Das ist klasse!"

Allerdings haben Billig-Sonnenbrillen trotz der guten Schutzwirkung so ihre Tücken, warnt unser Optiker: "Bei den Gläsern etwa  kann es sein, dass die mitunter ein bisschen verzerren oder schnell kaputt gehen. Und dann das Auge zwar schützen, aber durchaus auch mal zu Kopfschmerzen oder einem leichten Schwindel führen können. Und das kann man natürlich mit einer hochwertigen Sonnenbrille umgehen."

Unser Fazit

In Sachen UV-Schutz können wir bedenkenlos zu allen Sonnenbrillen greifen. Ob billig oder teuer - das ist am Ende eine Frage des Geschmacks - und des Geldbeutels.


Autor: Stefan Venator
Sendung: hr-fernsehen, "alles wissen", 13.06.2019, 20:15 Uhr