Lebensmittel

Können uns Käse, Fisch, Fleisch und Fertigprodukte krank machen? Immer wieder ist zu hören, dass diese Lebensmittel dafür verantwortlich sind, dass unser Körper übersäuert. Die Folgen: zum Beispiel Müdigkeit, Kopfweh, Sodbrennen. Was ist da dran?

Bei säurebildenden Lebensmitteln – wie Fleisch, Käse, Weizenmehlprodukten oder Süßigkeiten – entstehen bei der Verdauung Säuren, zum Beispiel Schwefelsäure oder Phosphorsäure. Diese Säuren müssen vom Körper ausgeschieden werden, woran vor allem die Nieren arbeiten. Sogenannte basenbildende Lebensmittel können dabei helfen – vor allem (grünes) Gemüse,  Obst und sogenannte Pseudogetreide. Sie liefern Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, die Säure neutralisieren. Je mehr Säureüberschuss in der Ernährung, desto mehr Arbeit hat also unser Stoffwechsel.

Säurehaltige Ernährung kann Nieren belasten

Der Ernährungswissenschaftler Prof. Thomas Remer ist einer der führenden Forscher in Fragen des Säure-Basen-Stoffwechsels. Er ist überzeugt, dass eine säurehaltige Ernährung auf Dauer die Nieren belastet: "Wenn die Nieren immer auf Hochdruck arbeiten müssen, geht das mit erhöhten Kortisol-Werten einher. Dieses erhöhte Stresshormon Kortisol hilft beim Abbau der Säuren, führt aber unter anderem zu einem höheren Osteoporose-Risiko, zu erhöhten Blutdruckwerten und Kortisol stimuliert auch das Fettgewebe – es kann also dazu beitragen, dass man Schwierigkeiten hat Gewicht abzunehmen." Lebensgefährlich übersäuern könne der Körper eines gesunden Menschen allein durch eine unausgewogene Ernährung aber nicht, beruhigt er.

Doch welche Lebensmittel belasten den Körper mit Säure, welche bilden nützliche Mineralstoffe und wirken somit basisch? Die Nährstoffgehalte der Lebensmittel sind zwar großen Schwankungen unterworfen, für eine durchschnittliche Ernährung geben aber die folgenden Werte eine gute Übersicht:

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Potentielle Renale Säurelast (PRAL) von Lebensmittel-Gruppen

(bezogen auf 100 g verzehrbaren Anteil)

Lebensmittelgruppen mit Durchschnittswert PRAL (mEq):

Früchte und Fruchtsaft: - 3,1mEq

Gemüse: -2,8 mEq

Getränke:

  • alkalireich & wenig Phosphor: - 1,7 mEq
  • alkaliarm & wenig Phosphor: 0 mEq

Fette und Öle: 0 mEq

Milch und Milchprodukte (ohne Käse): 1,0 mEq

Getreideprodukte:

  • Brot: 3,5 mEq
  • Mehl: 7,0 mEq
  • Nudeln: 6,7 mEq

Fisch: 7,9 mEq

Fleisch und Fleischprodukte: 9,5 mEq

Käse:

  • mit geringem Proteingehalt (<15 g Protein): 8,0 mEq
  • mit hohem Proteingehalt (> 15 g Protein): 23,6 mEq


(Tabelle nach Remer und Manz, J Am Diet Assoc 1995)

PRAL-Wert:
Der PRAL-Wert (Potential Renal Acid Load) ist ein Wert zur Beurteilung der säure- bzw. basenbildenden Wirkung von Lebensmitteln. Er gibt die potentielle Säurebelastung der Nieren durch ein Lebensmittel an und wird in Milliäquivalent Säure pro 100 Gramm Lebensmittel (mEq/100g) angegeben. Je höher der Wert, desto höher ist die Säureausscheidung über die Nieren. Lebensmittel mit negativem PRAL-Wert gleichen Säuren aus und entlasten die Nieren.

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Sendung: hr-fernsehen, "alles wissen", 12.12.2019, 20:15 Uhr