Heuschnupfen: Nase putzen im Auto
Allergiegeplagte Autofahrer könnte es jetzt öfter aus der Spur hauen. Bild © Imago Images

Jeder dritte Deutsche hat eine Allergie. Ob Heuschnupfen, Hausstaub- oder Nahrungsmittelallergien, die Zahl derer, die davon betroffen sind, hat in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen. Experten nennen vier Hauptursachen.

1. Klimawandel


Da wäre zum einen der Klimawandel. Durch die steigenden Temperaturen blühen Pflanzen heute früher aber auch länger als vor 30 Jahren. Über das Jahr gesehen gibt es dadurch nur noch im Herbst ein paar Monate ohne allergieauslösende Pollen in der Luft. Außerdem breiten sich immer mehr nicht-einheimische Pflanzen aus. Ambrosia zum Beispiel gehört zu den heftigsten Allergieauslösern überhaupt – zumindest in den USA.

2. Umweltverschmutzung

Ein zweiter Grund ist die Umweltverschmutzung. Feinstaub und Schadstoffe in der Luft stressen nicht nur den menschlichen Organismus, sondern auch die Pflanzen. Das verändert die Proteinzusammensetzung der Pollen. Die Folge: sie werden aggressiver, bestehende Allergien dadurch heftiger und es können auch mehr neue Allergien entstehen.

3. Übertriebene Hygiene

Auch unser Lebensstil spielt wohl eine Rolle. Viele übertreiben es mittlerweile mit der Hygiene. Geputzt und gewienert wird oft sogar mit antibakteriellen Reinigern, bis alles möglichst keimfrei ist. Aber schon Ende der 1980er-Jahre zeigte eine Studie, dass Kinder, die in einer sehr sauberen und damit keimarmen Umgebung aufwachsen, häufiger an Allergien leiden als Kinder vom Bauernhof. Heute steht fest: Je früher der Körper mit potenziellen Allergenen in Kontakt kommt, desto besser. Denn durch  Keime wird das Immunsystem angeregt und trainiert.

4. Ernährung

Und schließlich könnte selbst die Ernährung eine Rolle spielen. Forscher vermuten: je mehr vorgekochte Fertigprodukte wir essen, desto Allergie-anfälliger werden wir. Besser sind frische, unverarbeitete Zutaten. Denn sie fördern eine gesunde Darmflora und die hängt eng mit unserem Immunsystem zusammen.

Sendung: hr-fernsehen, "alles wissen", 25.04.2019, 20:15 Uhr