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zum Video Nachhaltiger Fischeinkauf – aber wie?

Schnelle Tiere

Wer nachhaltig Fisch kaufen möchte, sollte sich vorher informieren. Denn auch bei den weniger gefährdeten Arten kann es auf die Region ankommen, aus der der Fisch kommt. Wir haben die in Deutschland beliebtesten vier Arten genauer betrachtet.

Der beliebteste Fisch der Deutschen ist der Lachs. In freier Natur ist der Lachs ein Wanderfisch: Die erwachsenen Tiere leben im Meer, ziehen aber zum Laichen in die Flüsse zurück, in denen sie selbst geschlüpft sind. Die nordostatlantischen Wildlachsbestände sind leider in keinem guten Zustand. Nordostatlantischer Lachs wird heute fast ausschließlich aus der Zucht angeboten, deshalb kann er Massenweise und günstig verkauft werden. Die Bestände der wilden pazifischen Lachsarten in Alaska hingegen sind überwiegend in gutem Zustand.

Alaska-Seelachs

Dann gibt es noch den Alaska-Seelachs aus dem Nordpazifik der gar kein Lachs ist, sondern zur Familie der Dorsche gehört. Wie bei Fischbeständen ganz natürlich, schwanken auch die Bestandsgrößen von Alaska-Seelachs von Jahr zu Jahr. Die Bestände sind derzeit aber in gutem Zustand und werden nachhaltig bewirtschaftet. Er wird direkt auf dem Fangschiff verarbeitet und bei uns als Filet verkauft. Sein Fleisch ist weiß bis hellrosa – und Achtung: Oft wird er als „Lachsersatz“ verkauft. Dann wird sein Fleisch durch Zusatz von Farbstoffen so eingefärbt, dass es aussieht wie echtes Lachsfleisch.

Hering

Unabhängig von der Jahreszeit ist Hering eigentlich immer erhältlich. Wenn gerade nicht frisch gefangen, dann zumindest in konservierter Form als Filet in der Dose, als Brathering oder Rollmops. Die Heringsbestände in Ostsee und Nordostatlantik sind in gutem bis sehr gutem Zustand, insbesondere vor der norwegischen Küste.

Thunfisch

Thunfisch kommt in allen tropischen und gemäßigt warmen Meeren der Welt vor. Es gibt acht Arten in der Gattung Thunfische. Was wir auf der Thunfisch-Pizza und in der Dose als Thunfisch bezeichnen, ist gar kein Thunfisch, sondern der "Echte Bonito": "Er stammt zwar aus der Familie der Makrelen und Thunfische, ist aber eine eigene Gattung. Er zeichnet sich durch relativ schnelles Wachstum und hohes Reproduktionspotential aus, seine Bestände sind gesund. Anders sieht es zum Beispiel beim Gelbflossenthun und beim Großaugenthun aus, hier muss man genauer hinsehen: Es gibt sowohl gesunde als auch überfischte Bestände. Wie immer bei der Nutzung von Meeresfisch müssen auch bei der Thunfischfischerei die Umweltauswirkungen der Fangmethoden beachtet werden: In der Langleinenfischerei können Haie und Schildkröten beigefangen werden. In der Ringwadenfischerei können gelegentlich Delfine umkommen.

Weitere Informationen und aktuelle Daten und Zahlen zum Zustand der Fischbestände finden Sie auf www.fischbestände-online.de des Thuenen-Instituts für Ostseefischerei.


Sendung: hr-fernsehen, "alles wissen", 06.06.2019, 20.15 Uhr