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zum Video Infoblock: So wirkt Testosteron

Dem männlichen Geschlechtshormon wird allerhand zugeschrieben: es mache nicht nur sexuell aktiv, sondern risikofreudig und aggressiv heißt es. Neueste Forschungsergebnisse lassen Zweifel am Rambo-Image von Testosteron aufkommen.

Testosteron - der Stoff, aus dem echte Kerle sind. Das Image dieses Hormons ist bislang nicht gerade das Beste. Nahezu jedes negative männliche Verhalten wurde bisher mit einem Hormonüberschuss erklärt.

Neueste wissenschaftliche Studien werfen diese Erkenntnisse nun über den Haufen. Studien zeigten: Das männliche Geschlechtshormon kann das soziale Verhalten sogar verbessern. Probanden, die Testosteron erhielten, zeigten sich bei Tests großzügiger, freundlicher, ehrlicher und gerechter. So ganz uneigennützig ist dieses Verhalten wohl aber nicht. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Hormon-Gabe je nach Situation aggressives oder soziales Verhalten fördert, je nach dem, was gerade mehr Status bringt, also das soziale Ansehen aufwertet.

Testosteron ist nur ein Faktor unter vielen

Noch ist vieles unklar, Forscher vermuten aber: Entscheidend für das Verhalten ist immer das Zusammenspiel verschiedener Hormone. So hat auch das Stresshormon Cortisol und die jeweilige Situation Einfluss darauf, ob ich aus der Haut fahre oder nicht. Zudem stellten Forscher fest: die Testosteron-Konzentration steigt häufig erst nach der Aggression, ist also nur Folge und nicht Ursache aggressiven Verhaltens.

Frühere Studien haben diese Wechselwirkungen häufig ausgeblendet und sich nur auf Testosteron konzentriert. Wir wissen jetzt: ein einzelnes Hormon macht aus "Mann" noch kein triebgesteuertes, aggressives Alpha-Männchen.

Sendung: hr-fernsehen, "alles wissen", 23.05.2019, 20.15 Uhr