Ein Mann wendet Fleisch auf dem Grill.
Ab in die Natur: In Hessen gibt es tolle Grillplätze. Bild © Model Foto: Colourbox.de

Auf den Teller kommt da bevorzugt Rustikales und Deftiges: Fleisch, Rindfleischpatties und fettige Würstchen. Für Vegetarier ist da kaum was zu finden, meist kommt bei ihnen nur der Beilagensalat auf den Teller. Reporterin Anne Chebu ist das leid und sucht Hilfe bei einem Frankfurter Profi-Koch. Der zeigt ihr, wie schnell vegetarische Grillgerichte zuzubereiten sind. Ob die aber tatsächlich auch schmecken, hat sie mit Besuchern eines Frankfurter Parks getestet.

Sonnenschein und angenehme Temperaturen - was braucht es mehr, um in die Grillsaison zu starten. Auch im Lohrpark in Frankfurt am Main wird gebrutzelt wohin das Auge schaut. Bevorzugt Rustikales und Deftiges: Steaks, Geflügel und Würstchen. Für Vegetarier wie unsere Reporterin Anne Chebu ist da kaum was dabei. Dabei gibt es doch so viele leckere Rezepte. Drei lässt sich Reporterin Anne von Profikoch Mirko Reeh in seiner Kochschule zeigen: Marinierter Tofu, Bärlauch-Chili-Tempeh und Rote-Beete-Hafer-Frikadellen.

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Rezepte aus der Sendung

Vegetarische Grillrezepte

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Da steckt viel Gutes drin!

Die drei Grill-Varianten sind nicht nur lecker, sondern in ihnen steckt auch viel Gesundes. Die vegetarischen Frikadellen bestehen vor allem aus Hafer und Rote Beete. Hafer enthält viele Ballaststoffe, Magnesium, Eisen und Vitamine. Er wird auch als Arzneipflanze verwendet - zum Beispiel bei Hautkrankheiten und Diabetes Typ 2. In Roter Beete steckt viel Kalium, Eisen und Folsäure. Der rote Farbstoff, das Betanin, stärkt die Abwehrkräfte. Außerdem soll Rote Beete auch den Blutdruck senken.

Tofu und Tempeh bestehen aus Soja. In Sojabohnen stecken alle acht essentiellen Aminosäuren, also Eiweißbausteine, die der Körper nicht selbst herstellen kann. 100 Gramm Sojabohnen liefern etwa so viel Eiweiß wie ein 150-Gramm-Rinder-Steak. Im Vergleich zu Fleisch und Wurst haben Sojabohnen mehr gesunde ungesättigte Fettsäuren. Außerdem stecken in Soja unter anderem: Eisen, Vitamin A und C, und verschiedene B-Vitamine. Aber Vorsicht: nicht jeder verträgt Soja. Vor allem Birken-Allergiker sollten aufpassen sein. Wer's verträgt, kann Soja aber vielfältig einsetzten.

Tofu schmeckt erstmal neutral, dies schätzt Koch Mirko Reeh besonders. Da sind seiner Kreativität also keine Grenzen gesetzt. Auch Tempeh eignet sich durch seine harte Konsistenz hervorragend zum Grillen.

Krebserregende Stoffe können auf dem Teller landen

Die meisten Grillfreunde im Park sind ganz schön ungeduldig. Eigentlich sollten man warten, bis die Kohle gut durchgeglüht ist. Doch überall das gleiche Bild: hohe Flammen und dicker Qualm. Dabei lauert genau hier die Gefahr: die sogenannten PAK, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Viele von ihnen sind krebserregend, verändern das Erbgut und/oder gefährden die Fortpflanzung. Beim Grillen können die PAK den Weg auf unseren Teller machen. Denn PAK stecken schon in der Grillkohle. Sobald diese verbrennt steigen sie auf und gelangen mit den Flammen oder aber über den Rauch in unser Essen. Auch wenn Lebensmittel verkohlen entsteht dort, neben anderen gesundheitsschädlichen Stoffen, PAK.

Außerdem atmen wir den Qualm und damit auch die PAK beim Grillen ein. Damit die PAK nicht den Spaß am Grillen nehmen, sollte die Kohle nur noch Glühen und das Grillgut nicht direkt über sie gelegt werden. Also: abwarten. Damit Fett oder Marinade nicht in die Glut tropfen können, sollte man etwas unterlegen. Anstelle von gesundheitsschädlicher Alufolie gibt es hier auch umweltfreundliche und gesunde Alternativen, wie zum Beispiel feuerfeste Glasschalen, Edelstahlpfännchen oder auch Maisblätter, die zuvor mehrere Stunden eingeweicht werden müsse

Wer sich beim Kohle-Durchziehen geduldet wird beim vegetarischen Grill dafür mit einer enormen Zeitersparnis belohnt. Denn im Gegensatz zum Grillen mit Fleisch geht es vegetarisch recht schnell, nach circa 5 Minuten ist schon alles fertig.

Das schmeckt sogar Fleischliebhabern

Die Grillfreunden in Park sind überrascht, wie gut die vegetarischen Rezepte schmecken. Am beliebtesten ist die Rote-Beete-Hafer-Frikadelle. Der Tofu ist vielen im Geschmack erstmal zu sauer, überzeugt aber durch die Grüne-soßen-Marinade und der Tempeh sorgt durch sein Erscheinungsbild zwar erstmal für Irritationen, schmeckt dann aber auch allen. Die meisten sind sogar so begeistert, dass sie sagen: nächstes mal landet bei uns nicht nur Fleisch auf dem Gril

Sendung: hr-fernsehen, "Alles Wissen", 17.05.2018, 20:15 Uhr