Singen tut gut

Singen hat viele positive Auswirkungen auf Körper und Geist - und bringt Menschen überall auf der Welt zusammen.

1. Singen ist gut für Herz und Lunge

Das haben Wissenschaftler schwedische Forscher naxchgewiesen. Sie haben bei Menschen, die im Chor singen, die Herzfrequenz gemessen. Das Ergebnis: Beim Singen in der Gruppe gleichen sich die Herzfrequenzen an und stabilisieren sich gleichzeitig. Eine stabile Herzfrequenz ist gut für das ganze Herz-Kreislauf-System. Die positive Wirkung des Singens hat auch viel mit der Atmung zu tun, sagen die Forscher. Trainierte Sänger atmen in den Bauch. Dort ziehen Muskeln das Zwerchfell nach unten, das wiederum die Lungenflügel nach unten drückt. Die Lungen haben dadurch mehr Platz. Wer schon eine Viertelstunde so singt, bringt Herz und Kreislauf auf Trab, der Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt.

2. Singen stärkt die Abwehrkräfte

Wer viel singt, tut aktiv etwas für seine Gesundheit, sagen auch Forscher der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie haben Speichelproben von Mitgliedern eines Kirchenchores genommen, die das Requiem von Mozart sangen. Das Ergebnis: Nach der Chorprobe war die Anzahl der Immunglobuline A stark gestiegen. Die sitzen in den Schleimhäuten und sind dafür verantwortlich, Krankheitserreger zu bekämpfen. Bei den Chormitgliedern, die Mozart nur passiv anhörten, blieb die Anzahl der Antikörper gleich. Das bedeutet also, Singen unterstützt das Immunsystem und kann damit auch Erkältungskrankheiten vorbeugen.
Singen macht fit

3. Singen hilft im Kampf gegen Krebs

Und das kann auch bei schweren Erkrankungen wie Krebs positiv wirken. Bei einem Experiment des Imperial College in London sangen Krebspatienten in einem Chor. Auch von ihnen wurden Speichelproben entnommen. Schon nach einer Stunde waren deutliche positive Hormon-Veränderungen zu beobachten. Immun-Botenstoffe, die Entzündungen fördern, sanken deutlich ab. Bei den Krebspatienten veränderten sich zudem einige Werte, die mit dem Tumorverhalten in Verbindung stehen. Dabei war die positive Veränderung bei denen am stärksten, die vorher in einem eher schlechten Zustand waren.
Singen hilft gegen Krebs

4. Singen macht glücklich

Schon nach 30 Minuten Singen produziert unser Gehirn erhöhte Anteile von Stimmung aufhellenden Hormonen wie Beta-Endorphine und Serotonin. Stresshormone wie Cortisol werden gleichzeitig abgebaut. Das nutzen Ärzte und Therapeuten bei der Behandlungen von Patienten. In diversen Kliniken ist Singen bereits fester Bestandteil der Therapie.
Singen macht glücklich

5. Singen vereint die Kulturen

Christentum, Judentum und der Islam vereint in einem Chor, der geistliche Musik singt. Dass das gelingen kann, zeigen die rund 40 Mitglieder des Interreligiösen Chores aus Frankfurt am Main. Viele der Sängerinnen und Sänger des Chors bezeichnen sich selbst als nicht religiös. Doch in der Auseinandersetzung mit dem christlichen, jüdischen und muslimischen Glauben haben sie einen neuen Zugang zur Religion gefunden und erfahren Chancen und Grenzen des interreligiösen Dialogs immer wieder aufs Neue.
https://ircf-frankfurt.de/

Sendung: hr-fernsehen, "alles wissen", 19.12.2019, 20:15 Uhr