Schüler, Eltern und Lehrer sind sich einig: vielerorts müssen Schulklos dringend saniert werden. Kinder und Jugendliche meiden die Toiletten, wo es nur geht. An einigen Schulen würden Kinder sogar während der Schulzeit weniger trinken, damit sie auf keinen Fall aufs stille Örtchen müssten, heißt es.

Die Bildungsgewerkschaft GEW spricht von einem „großen Investitionsstau“, mehrere Milliarden Euro müssten her. Um daran etwas zu ändern, hat die Stadt Frankfurt nun eine „Task Force“ gegründet. Und auch an anderen Orten wird überlegt, wie man die „Ekel-Toiletten“ in den Griff kriegen könnte. defacto hat sich vor Ort selbst ein Bild gemacht.

Ärger um Klärgrubenentleerung – Warum die Kosten in Hofheim explodieren

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Es ist eine bittere Pille, die die Bewohner am Hasenberg in Hofheim schlucken müssen. Seit Anfang des Jahres sind die Kosten für die Entleerung ihrer Klärgruben extrem angestiegen. Weil ihre Häuser am Stadtrand liegen, sind sie nicht an die Kanalisation angeschlossen. Alle paar Wochen kommt deswegen ein Entsorger und pumpt ihre Klärgruben leer. Statt der bisherigen 200 Euro zahlt das Ehepaar Braun nun rund 1100 Euro für die Entleerung ihrer Abwassergrube. Für manch einen Anwohner bedrohen die hohen  Kosten sogar die Existenz. Doch warum sind die Kosten so explodiert? Ende 2018 kündigte der alte Entsorger per Ausschreibung. Die Stadt Hofheim suchte deshalb nach einem neuen Anbieter. Der allerdings verlangt extrem hohe Gebühren. Die Begründung: die Auffahrt zu den Häusern sei so steil, dass sie eine Erschwerniszulage geltend machen. Die Anwohner protestieren, doch die Stadt Hofheim findet die Kosten gerechtfertigt.

Politisch, laut und auffällig - Omas gegen Rechts

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Sie sind ein bisschen schräg und manchmal nicht mehr gut zu Fuß. Aber vor allem sind sie eines: Omas gegen Rechts! Die 60- bis 90-Jährigen protestieren gegen Populismus und rechtes Gedankengut. Sie wollen, dass ihre Enkel in einem Land ohne Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Ausgrenzung groß werden. Statt beim Kaffeekränzchen im heimischen Wohnzimmer zu stricken, setzen sie lieber politische Statements. Auf Demonstrationen kämpfen sie mit selbstgebastelten Plakaten, lauten Liedern und gehäkelten Mützen gegen Rechts. Heike Arnold aus Neuberg ist eine dieser Omas. Die leidenschaftliche Großmutter war zwar schon immer politisch interessiert, aber nie politisch engagiert. Als Rentnerin hat sie nun die Zeit sich für das einzusetzen, was ihr schon immer wichtig war: eine vielfältige und offene Gesellschaft. 

 Nach 27 Jahren Kündigung der Praxisräume – jetzt reicht‘s

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Der Frankfurter Physiotherapeut Jürgen Becker hat Existenzängste. Nach 27 Jahren wurden ihm die Praxisräume gekündigt. Ein Schock für den 57-jährigen, denn er ist fast blind und hat sich im Lauf der Zeit die Wege und Handgriffe in seiner Praxis genau eingeprägt. An neue Räume müsste er sich erst wieder langwierig gewöhnen. Außerdem ist es fast unmöglich, bezahlbare Praxisräume zu finden. Seine Vermieter hatten ihm gekündigt, weil die Räume nicht mehr die aktuellen Brandschutzauflagen erfüllen. Seit drei Jahren kämpft Jürgen Becker bereits zusammen mit defacto und einem Anwalt um seine Praxisräume. Der Vermieter drohte abwechselnd mit 100000 Euro Sanierungskosten, die Becker abstottern solle oder einer Räumungsklage. Jetzt reicht’s.

Moderation: Robert Hübner

Sendung: hr-fernsehen, "defacto". 13.05.2019, 20.15 Uhr