Nach den Missständen in der Psychiatrie Frankfurt-Höchst berichten mehrere Insider jetzt auch über schlimme Zustände auf der Station der Akutpsychiatrie an der Frankfurter Uniklinik. Dies hat „defacto“, das Politikmagazin des Hessischen Rundfunks recherchiert.

Eingang Uniklinik Frankfurt
Bild © picture-alliance/dpa

Demnach sind die Krankenzimmer häufig überbelegt. Die Station sei nur für 18 Personen ausgerichtet, werde aber regelmäßig mit bis zu 26 Patienten belegt. Deshalb würden Betten teilweise auf die Flure gestellt. Die ohnehin psychisch labilen Patienten würden auf diese Weise zusätzlich gestresst. Die Mitarbeiter seien chronisch überbelastet, was zu erheblichen Frustrationen führe. "Es ist sehr laut, die Atmosphäre ist ständig angespannt und gewaltbesetzt. Hier werde man nur noch kränker, erzählen Patienten. Sie leiden, und die Mitarbeiter auch", so einer der Informanten. [mehr]

Unbezahlte Überstunden – Zu welchen Bedingungen Assistenzärzte arbeiten müssen

In deutschen Kliniken geht es mittlerweile viel um Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Der Preis dafür sind teilweise unzumutbare Arbeitsbedingungen.

Videobeitrag
defacto_030619

Video

zum Video Unbezahlte Überstunden – Zu welchen Bedingungen Assistenzärzte arbeiten müssen

Ende des Videobeitrags

Vor allem Assistenzärzte kritisieren, dass sie häufig unter Voraussetzungen arbeiten müssten, die in anderen Branchen undenkbar seien: unbezahlte Überstunden, Operationen nach 24-Stunden-Diensten und Abhängigkeitsverhältnisse, die ausgenutzt würden. defacto hat drei Ärzte getroffen, die von ihrem harten Klinikalltag berichten. Ihren Schilderungen nach stünden oft Arzt- und Patientenwohl gleichermaßen auf dem Spiel.

Hohe Mieten nach Sanierung – Wie die Gentrifizierung auch vor kleineren Städten nicht Halt macht

Videobeitrag
defacto_030619

Video

zum Video Hohe Mieten nach Sanierung – Wie die Gentrifizierung auch vor kleineren Städten nicht Halt macht

Ende des Videobeitrags

Gentrifizierung, das ist ein Prozess, den man aus den großen Städten wie Frankfurt kennt. Immer mehr Menschen werden aus ihren Wohnungen verdrängt, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten können. Häufig ist der Hintergrund, dass der Vermieter das Haus saniert und die Kosten dann anteilig auf die Miete umgelegt. In Folge dessen steigt die Miete oft drastisch. Doch jetzt scheint die angespannte Lage auf dem Mietmarkt auch kleinere Städte wie Darmstadt zu erreichen. Und hier ist es sogar eine kommunale Wohnbaugesellschaft, die sich dem Vorwurf der Gentrifizierung aussetzen muss. Dabei sollte diese eigentlich dazu da sein, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, damit auch einkommensschwache Menschen unterkommen können.

Moderation: Robert Hübner
Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 03.06.2019 um 20:15 Uhr