Immer mehr Jugendliche konsumieren Cannabis. Teilweise hat der Stoff sogar Alkohol als Rauschmittel Nummer eins abgelöst. Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigt: Waren es 2011 noch 4,6 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen, die kifften, sind es nun acht Prozent.

An Schulen ist Cannabis längst eines der Top Gesprächsthemen. Das große Problem, die Rauschwirkung hat sich mittlerweile vervielfacht. Experten sprechen von "Turbo-Cannabis". Und dieses aggressive Cannabis hat verheerende Auswirkungen auf die geistige Entwicklung der Jugendlichen. Die Anzahl der Klinikaufenthalte und schweren Psychosen nimmt zu.

Kein Strom vom Balkon - Warum sich die Stadt Frankfurt gegen kleine Solaranlagen versperrt

Es könnte ganz einfach sein: Ein Solarmodul je 300 Watt oder zwei. Stehend oder hängend am Balkon. Ein kleiner Stecker, fertig. Schon kann eigener Strom direkt ins Haus fließen. Thomas Klee aus Frankfurt hat diesen Traum. Vor einiger Zeit hörte er von den kleinen dezentralen Solaranlagen. Die Module passen bei ihm exakt an das Balkongitter. Auch die Montage wäre völlig unkompliziert. Aber in Frankfurt ist das nicht so einfach. Seltsam. Denn in anderen hessischen Städten ist das Anbringen von solchen Solarmodulen gar kein Problem. Was sind die Hindernisse für dezentrale Energie-Ideen in der Main-Metropole? defacto ist der Sache nachgegangen.

Wohin mit der giftigen Erde? - Warum Bürger und Bauunternehmer Alarm schlagen

Wohin mit 600.000 Kubikmeter kontaminierter Erde? Diese Frage stellt sich derzeit der Flughafenbetreiber Fraport. Das Unternehmen baut aktuell auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens das neue Terminal 3, findet aber auf Anhieb keine Deponie, um den anfallenden Bauschutt und Erdaushub zu entsorgen. Noch dazu ist der Boden mit per- und polyfluorierten Chemikalien, kurz PFC, belastet. Solches Material dürfen nur wenige Deponien annehmen. Fraport will deshalb für fünf Jahre ein Bodenlager am Flughafen errichten, um dort die verseuchte Erde zwischenzulagern.

Die angrenzenden Kommunen und eine Bürgerinitiative befürchten Schäden für Umwelt und Gesundheit der Anwohner. Das Beispiel von Hessens größter Baustelle zeigt ein grundsätzliches Problem: In Hessen herrscht ein Deponie-Notstand. Bauunternehmer und Oppositionspolitiker machen dafür die Landesregierung mitverantwortlich, die habe sich zu wenig um das Problem gekümmert. So wie aktuell könne es jedenfalls nicht bleiben. defacto zeigt das Beispiel eines Bauunternehmers, dessen Lkw täglich von Bad Homburg nach Wetzlar fahren müssen - nur um dort normale Erde entsorgen zu können. Das kostet Zeit, Geld und sorgt für hohe CO2-Emissionen.

Kein Geld für kranke Kinder – Warum Kinderkliniken ihre kleinen Patienten nur unzureichend behandeln können

Es ist leider kein Einzelfall: Kinder geraten in Lebensgefahr, weil im Krankenhaus kein Platz für sie ist. Es fehlt an Betten, an speziellen Einrichtungen und an Personal. Die Folge: Sie werden nicht ausreichend behandelt und von Klinik zu Klinik geschickt. Grund für die Misere ist der ökonomische Druck, der durch die Fallpauschalen immer mehr auf den Kliniken lastet. Die Fallpauschalen legen fest, wie viel eine Behandlung kosten darf– unabhängig davon, wie hoch der tatsächliche Aufwand am Ende wirklich war.

Das System behandelt Erwachsene und Kinder gleich. Kinder aber brauchen Ärzte und Pfleger, die Zeit, Geduld und Empathie mitbringen, um eine möglichst schonende Behandlung zu finden. Fatal für die Kinderkliniken, die so immer mehr rote Zahlen schreiben - zum Teil in Millionenhöhe. Der dadurch ausgelöste Sparzwang führt zu immer weniger verfügbarem Personal und einer mangelnde medizinische Versorgung von komplexen Krankheiten wie bei chronisch kranken Kindern. Im schlimmsten Fall werden die Kinder abgewiesen.

defacto kurz erklärt - Was genau sind Fallpauschalen?

Das sogenannte "Fallpauschalensystem" - oder auch "DRG"-System ist das Abrechnungssystem zwischen Klinken und Krankenkassen, das im Jahr 2004 eingeführt wurde. Bei vielen Ärzten und Gesundheitsexperten steht es mittlerweile in der Kritik. Besonders chronisch kranke Kinder leiden unter diesem System.

Krankenkasse will Kosten für Inkontinenzmittel nicht übernehmen - defacto hilft

Natjalija Riedel aus dem mittelhessischen Wetter im Landkreis Marburg -Biedenkopf leidet seit 2016 an multipler Sklerose und muss jeden Tag acht verschiedene Medikamente nehmen. Das bringt für die ehemalige Fachlageristin besonders unangenehme Konsequenzen mit sich. Seit über einem Jahr ist die 48-Jährige inkontinent und auf spezielle Windeln angewiesen. Ihre Krankenkasse will die Kosten dafür allerdings nicht erstatten. Bis zu 200 Euro monatlich kann sie sich aber nicht leisten, denn sie und ihr Sohn leben am Existenzminimum. Jetzt reicht's.

Moderation: Robert Hübner
Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 20.01.2020, 20:15 Uhr