"Der Islam gehört nicht zu Deutschland", sagte unter anderem Bundesinnenminister Horst Seehofer kürzlich. Altbundespräsident Christian Wulff meinte dagegen schon im Jahre 2010: "Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland". Was denken die Hessen darüber? Außerdem in der Sendung: Kein weiteres atomares Zwischenlager - Wie die Hanauer versuchen gegen noch mehr radioaktiven Müll vorzugehen | Böse Überraschung beim Rentenbeginn - Warum Krankenkassen bei der betrieblichen Altersvorsorge zuschlagen können | Kalter Entzug auf Hof Fleckenbühl - Wie Drogensüchtige bei Marburg eine zweite Chance bekommen | Kein barrierefreier Zugang zur Post - "defacto" hilft

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"defacto" hat sich umgehört: in der Stadt und auf dem Land, vor der Kirche, vor der Moschee, in der Kneipe, beim Bäcker und beim Friseur. Es geht um ein Kopftuchverbot an Schulen, um gesetzliche islamische Feiertage und um die Frage, ob sich das Thema Islam überhaupt für Wahlkampfzwecke eignet.

Kein weiteres atomares Zwischenlager - Wie die Hanauer versuchen gegen noch mehr radioaktiven Müll vorzugehen

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Lange Zeit galt die Stadt Hanau als "das Atomdorfs Deutschland". Der Grund waren die Skandale um das ehemalige Atom-Transportunternehmen Transnuklear und den Mutterkonzern Nukem. Damals war bekannt geworden, dass die Firma sich ihre Aufträge durch Schmiergelder erkaufte und giftigen Atommüll unsachgemäß in Belgien entsorgte.

Die Folge: Massendemonstrationen gegen den Betrieb und dessen Schließung. Aber wer denkt, dass Hanau damit den Atommüll los war, der irrt. Noch immer lagern tausende Fässer Atommüll in Hanau. Und es könnte in Zukunft sogar noch mehr dazu kommen. Denn die Firma Daher Nuclear Technologies plant im Industriegebiet eine weitere Halle für atomaren Müll, der aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hanau gebracht werden soll. Dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative rund um Gabriele Lüdecke-Eisenberg. Sie und ihre Mitstreiterinnen halten den Atommüll für höchst gefährlich, demonstrieren schon seit Jahrzehnten gegen alle Formen der Atomenergie. Auch wenn in dem neuen Lager nur schwach bis mittelaktiver Atommüll lagern würde. Der Oberbürgermeister der Stadt Hanau und alle Parteien sind sich ebenfalls einig: neuen Atommüll will hier niemand. Nun hat sich auch die hessische Umweltministerin zu Wort gemeldet. 

Böse Überraschung beim Rentenbeginn - Warum Krankenkassen bei der betrieblichen Altersvorsorge zuschlagen können

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Es klang damals alles so gut. Die Werbung versprach eine Art Rentnerparadies durch die Direkt-Lebensversicherung: "Dadurch können Sie sich den gewohnten Lebensstandard sichern. Und sie müssen im Alter keine halben Sachen machen." Solchen Werbeversprechen hat Dorothee Dellinger aus Frankfurt geglaubt.

Als sie 28 Jahre später in Rente ging, kam das böse Erwachen. Sie sollte auf die ausgezahlte Lebensversicherung Krankenkassenbeiträge zahlen. Damit war ein Fünftel der Lebensversicherung weg. Geld, das sie sich jahrelang als alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern vom Mund abgespart hatte. Das Problem: der Staat änderte 2004 das Gesetz um die leeren Töpfe der Krankenkassen aufzufüllen. Bundesweit gibt es 6,3 Millionen solcher Verträge. Viele Betroffene haben sich mittlerweile in einem Netzwerk von Geschädigten zusammengefunden und fordern Nachbesserungen vom Gesetzgeber.  

Kalter Entzug auf Hof Fleckenbühl - Wie Drogensüchtige bei Marburg eine zweite Chance bekommen

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Hof Fleckenbühl bei Marburg. Ein Therapiebauernhof für Junkies. Hier versuchen derzeit rund 100 Süchtige den kalten Entzug zu überstehen. Das bedeutetet: keine Drogen, keine Zigaretten, kein Alkohol. In den 1970er Jahren wurde der Hof von Drogensüchtigen aufgekauft. Hier können Süchtige jederzeit ankommen - egal ob tagsüber oder mitten in der Nacht. Wer die erste Nacht durchhält, bekommt eine Beschäftigung. Denn das helfe auf andere Gedanken zu kommen. In dem Bio-Landwirtschaftsbetrieb können Betroffene sogar eine Ausbildung machen. Der Hof finanziert sich durch den Verkauf ihrer Produkte und aus Spenden. Das Besondere: es gibt keine Therapeuten. defacto hat die Fleckenbühler im Kampf gegen die Sucht einen Tag lang begleitet.

 Kein barrierefreier Zugang zur Post - "defacto" hilft

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Seit einem Sportunfall ist Petra Lohrberg aus Wabern querschnittsgelähmt.  Nach einem Sturz vom Trampolin wurde sie nicht richtig behandelt, dadurch kam es zum irreparablen Schaden.  Der Unfall reißt sie aus dem selbstständigen Leben.

Aber sie tut alles, um sich ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Dazu gehört auch der selbstständige Postwechsel mit Behörden und Krankenkassen.  Doch wenn sie diese Sendungen verschicken möchte, stößt sie bei der einzigen Postfiliale im Ort an Grenzen. Denn vor der Postagentur ist eine für sie unüberwindbare Stufe. Immer wieder hat sie auf das Problem aufmerksam gemacht, passiert ist aber nichts. "Jetzt reicht’s" hat sich Petra Lohrberg gedacht und defacto kontaktiert.

Moderation: Robert Hübner

Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 16.04.2018, 20:15 Uhr