Am Rande eines Stadtfestes in Chemnitz wird ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet. Als Tatverdächtige gelten ein Syrer und ein Iraker. Als Reaktion darauf ziehen rechte Demonstranten durch die Stadt, einige attackieren ausländische Passanten. Weitere Themen: Rechte Gewalt wie in Sachsen - Müssen wir damit auch in Hessen verstärkt rechnen? | Verpflichtendes Dienstjahr für alle? - Wie soziale Fähigkeiten gestärkt werden können | Trotz Krebserkrankung: Vergeblicher Kampf um eine Erwerbsminderungsrente | Einen Tag als Kanalreiniger - "defacto" macht den Selbstversuch

Einen Tag später kommt es erneut zu unerwartet starken Protesten. An beiden Tagen ist die Polizei überfordert. Auch in den Folgetagen kommt die Stadt nicht zur Ruhe. Die Vorfälle führen bundesweit zu einer heftigen Diskussion: Wie umgehen mit den Ausschreitungen in Sachsen? "defacto" hat die Hessen gefragt und zugehört: Wie sehen die Menschen hier die Vorfälle in Chemnitz? Können sie nachvollziehen, warum die Menschen protestieren? Worüber machen sie sich hier Sorgen? Inwieweit fühlen sie sich sicher? Wie bewerten sie die Art wie protestiert wird? Sollte die Zivilgesellschaft nun Flagge zeigen?

Rechte Gewalt wie in Sachsen - Müssen wir damit auch in Hessen verstärkt rechnen? 

Ausländerfeindliche Beschimpfungen und Rassismus kämen auch bei uns immer wieder vor, erzählen die Spieler vom türkischen Amateurfußballklub TürkGücü Rüsselsheim "defacto" gegenüber. Und das ist offenbar nicht nur beim Fußball der Fall. "defacto hat" unter anderem mit dem hessischen Verfassungsschutz gesprochen und sich auch mit Andreas Basler von der Antifaschistischen Bildungsinitiative Friedberg getroffen. Denn Basler beobachtet seit Jahren die rechte Szene in Hessen.

Verpflichtendes Dienstjahr für alle? - Wie soziale Fähigkeiten gestärkt werden können  

Politiker diskutieren derzeit darüber, ob ein verpflichtendes, soziales Jahr für junge Männer und Frauen sowie für Flüchtlinge eingeführt werden soll, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die sozialen Fähigkeiten zu stärken. Sozialverbände sind da eher skeptisch. Sie meinen, dass die bestehenden Angebote wie das Freiwillige Soziale Jahr und der Bundesfreiwilligendienst ausgebaut werden sollten. "defacto" hat zwei junge Frauen und einen Flüchtling getroffen, die alle den Bundesfreiwilligendienst absolvieren.

Trotz Krebserkrankung: Vergeblicher Kampf um eine Erwerbsminderungsrente 

Jennifer Mende hat einen inoperablen Tumor am Kreuzbein. Dieser macht es der 31-Jährigen unmöglich zu arbeiten. Wegen der Schmerzen kann sie fast nur noch liegen. Aber Jennifer Mende will kämpfen, denn sie ist verheiratet und Mutter einer 4-jährigen Tochter. Seit fast 2 Jahren versucht sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Erwerbsminderungsrente bei der Deutschen Rentenversicherung zu beantragen. Das Ehepaar füllte fristgerecht Formulare aus, legt Nachweise zeitnah vor und nimmt alle vorgegebenen Termine wahr. Doch im Gegenzug erhalten sie weder Rück- noch Zwischenmeldungen zu ihrem Antrag. Briefe und E-Mails werden unzureichend oder gar nicht beantwortet. "Jetzt reicht’s" hat sich Jennifer Mende gedacht und "defacto" eingeschaltet.

Einen Tag als Kanalreiniger - "defacto" macht den Selbstversuch

"defacto"-Reporterin Nina Schmidt begleitet einen Tag lang die Kasseler Kanalreiniger. Hinab geht es in die Kanalisation, natürlich nur mit Spezialkleidung, denn der Job  ist nicht ungefährlich. Dort wo die Maschinen nicht hinkommen, müssen die Kanalarbeiter die Rohre regelmäßig per Hand mit einem Hochdruckreiniger reinigen. Trotz "Ekelfaktor" bietet der Job viel: Öffentlicher Dienst, geregelte Arbeitszeiten, 30 Tage Urlaub, und gute Gehälter. Unsere Reporterin lernt die Vor- und Nachteile des Berufsbildes kennen und macht sich ihr eigenes Bild. Eins steht fest: Auf ihre Dusche hat sich die Reporterin selten so gefreut wie nach diesem Drehtag…

Moderation: Robert Hübner

Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 03.09.2018, 20:15 Uhr