Seit einigen Monaten klagen die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Dieburg über untragbare Wohnverhältnisse. Der Grund: Schimmelbefall. Weitere Themen: Schwere Vorwürfe gegen Solarfirma - Warum Privatanleger jetzt um ihr Erspartes bangen | Irrsinniger Handelskrieg – Warum auf hessischen Riesling US-Strafzölle erhoben werden

Katastrophale Bedingungen für Mieter in Dieburg

Einige Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Dieburg berichten über starken Husten oder Asthma. Der Grund ist ein Schimmelbefall, der sich über mehrere Meter durch die Wohnungen frisst. Eine Wohnung ist besonders stark betroffen. Die Zimmer der beiden Töchter von Angela Cashmore sind so durchfeuchtet, dass sich die Tapete abgelöst hat. Die Möbel sind mit einem dicken pelzigen Belag versetzt.

Im Technikraum neben der Wohnung stinkt es so stark nach Fäkalien und Pilzen, dass den Bewohnern die Luft wegbleibt. Doch der Vermieter reagiert nicht auf die Vorwürfe. Stattdessen scheint das Haus zu verfallen. Selbst als sich die städtischen Behörden einschalten, tut sich so gut wie nichts. Wie weit darf ein Vermieter gehen? Wann muss das Gesundheitsamt handeln? defacto hat mit mehreren Bewohnern gesprochen und fragt Experten: Welche Rechte haben die Mieter, wenn der Vermieter nur noch abzockt.  

Schwere Vorwürfe gegen Solarfirma - Warum Privatanleger jetzt um ihr Erspartes bangen

Das Geschäftsmodell schien am Anfang äußerst erfolgversprechend zu werden: die Solaranlage zum Mieten. Für den einzelnen Hauseigentümer eine bequeme Sache. Die Solaranlage wird auf dem Dach installiert, und der Mieter der Anlage zahlt jeden Monat einen kleinen Betrag. Auch Wartung und Versicherung der Anlage ist im Mietvertrag enthalten. Rund 9.000 Hausbesitzer in Deutschland sind bisher auf das Angebot eingegangen. Doch bei etlichen Kunden tauchen Probleme auf. Gelder werden abgebucht, obwohl noch gar kein Strom fließt, die Installation der Solaranlage ans Stromnetz klappt nicht und der Kundenservice ist nur selten erreichbar.

Dutzende Gerichtsprozesse zwingen die Firma zum Rückbau der Solaranlagen oder zu Schadensersatz-Zahlungen. defacto hat bereits im vergangenen Jahr über den Fall der Münchner Firma berichtet. Jetzt zieht die Geschichte noch größere Kreise: Neben den Solarstrom-Kunden wächst inzwischen auch der Ärger bei Privatanlegern. Die konnten sich über verschiedene Finanzprodukte indirekt am Modell der Miet-Solaranlagen beteiligen. Es geht um Anlagegelder in Millionenhöhe, um intransparente Projekte und fragwürdige Geschäftsmethoden.

Irrsinniger Handelskrieg – Warum auf hessischen Riesling US-Strafzölle erhoben werden

Satte 25 Prozent Aufschlag werden mittlerweile pro Flasche Riesling fällig, wenn hessische Winzer ihren Wein in die USA verkaufen. Wird der Riesling so zur Geisel im Handelskonflikt zwischen Europa und Amerika? Denn seit Mitte Oktober steht fest, dass auch der Riesling von Strafzöllen betroffen ist, die von den USA auf einige europäische Produkte erhoben werden.

Die Auswahl der Güter und Herkunftsländer ist aus EU-Sicht inkonsequent. In den Vereinigten Staaten sollen französische und deutsche Weine deutlich teurer werden. Nicht aber österreichische und italienische Tropfen. Gedacht sind die Zölle wohl als Vergeltung für angeblich rechtswidrige EU-Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus. defacto hat zwei Winzer aus dem Rheingau getroffen, die schon seit Jahrzehnten große Mengen Wein in die USA exportieren.


Moderation: Robert Hübner
Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 25.11.2019, 20:15 Uhr