Knapp acht Monate ist es her, dass sich in Hessen gleich zwei schreckliche Taten ereignet haben. In Hanau tötet ein rechtsextremistischer Attentäter neun Menschen. Noch immer sind die Angehörigen in großer Trauer, versuchen sich gegenseitig Kraft zu schenken und werden von einigen Initiativen unterstützt. Zusätzlich zu den Opferfamilien sind noch viele weitere Menschen von den Geschehnissen betroffen: etliche Augenzeugen, die tiefe Traumata haben, weil sie die Bilder der Toten nicht vergessen können.

Wenige Tage nach Hanau fährt im nordhessischen Volkmarsen ein 29-Jähriger mit seinem Auto in den Rosenmontagszug und verletzt viele feierende Menschen. Über das Motiv schweigt der Täter bis heute. Direkt im Anschluss an die Ereignisse war die Anteilnahme groß, sowohl von Medien als auch in der Politik. Aber mittlerweile scheinen die Taten so langsam in Vergessenheit zu geraten. defacto ist daher in beide Städte gefahren und hat sich umgeschaut: was haben die schrecklichen Ereignissen mit den Menschen vor Ort gemacht? Gibt es in Hanau und Volkmarsen wieder eine Art "Normalität"?


Sendung: hr-fernsehen, "defacto", 15.10.2020, 21:00 Uhr